Schopfheim – Im Gemeinderat wurden in der jüngsten Sitzung seitens des Regierungspräsidiums auch die Ausbaupläne entlang der Landesstraßen präsentiert. Dabei ging es im Detail um die neue Asphaltdecke auf der L 139 in den Ortsdurchfahrten von Langenau und Enkenstein, um eine Radler-Querung in Langenau – vor allem aber auch um die geplante Begradigung der Landesstraße zwischen den beiden Ortsteilen und den in diesem Zuge geplanten Radweg. Hier erwarten Planer, Ortschaftsrat und Stadtverwaltung nämlich Zoff-Potenzial mit Grundbesitzern.

„Wir werden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens auf erheblichen Widerstand treffen“, orakelte Enkensteins Ortsvorsteherin Eva Brutschin. Straßenbau-Referatsleiter Dieter Bollinger hatte kurz zuvor die Pläne für den Radweg-Lückenschluss und die Streckenbegradigung der Landesstraße vorgestellt. Die Straße macht bekanntlich zwischen der Abzweigung zur Deponie und Enkenstein einen gemeinen S-Doppelknick, den Verkehrsexperten als gefährlich einstufen – nicht nur, aber auch, weil auf diesem Straßenabschnitt Radler unterwegs sind, für die es hier gar keinen eigenen Radweg gibt. Ab 2026 soll die Straße begradigt werden. Außerdem soll im Zuge der Verlegung der Gresgerbach gezähmt werden, damit der im Hochwasserfall in seinem Bett bleibt und Richtung Kleine Wiese abfließen kann.

Auch Dieter Bollinger äußerte in Sachen Widerstand eine Vorahnung: „Wir wissen, dass Gegenwind auf uns zukommt.“ Er sei aber „optimistisch, dass wir es im Planfeststellungsverfahren hinbekommen“. Das Verfahren biete „genug Möglichkeiten“ – vor allem, wenn es sich bei den Einsprüchen gegen die Pläne um Partikularinteressen Einzelner handelt.

In der Langenauer Ortsdurchfahrt soll bekanntlich voraussichtlich 2023 Flüsterasphalt eingebaut werden – und zwar dort, wo Tempo 50 gefahren werden darf. Der Asphalt reduziert den Lärm „spürbar“, so Bollinger. Allerdings nur bei höheren Geschwindigkeiten – weshalb der Einbau in Enkenstein keinen Sinn mache. Karlheinz Markstahler (FW und Langenauer) wollte prompt wissen, warum Flüsterasphalt eingebaut wird, anstatt die komplette Ortsdurchfahrt auf Tempo 30 zu begrenzen. „Dafür kämpfen wir seit vielen Jahren“, so Markstahler. Allerdings muss er dafür an anderer Stelle weiterkämpfen: Temporegelungen, erklärte Dieter Bollinger, sei nicht Sache des Regierungspräsidiums, sondern des Landratsamts.

Drei Stellen sind für eine Radfahrer-Querung in die nähere Auswahl gerückt: Am südlichen Ortsausgang, am Friedhof und genau dazwischen. Da im Ortsteil zurzeit neuer Wohnraum gebaut wird, erwarten die Planer mehr Verkehr auf dem Radweg Richtung Schopfheim. Ortsvorsteher Walter Würger möchte diese Frage im Ortschaftsrat öffentlich diskutieren und wegen möglicher Gefahrenquellen die Polizei mit eingebziehen.