Die Stadt Schopfheim führt ihr Schwimmbad ab dieser Saison bekanntlich wieder selbst – und das trägt nun auch beim Kiosk Früchte: Tessy Reda, mit der bekannteste Gastronom der Stadt, übernimmt den Betrieb. Der 52-Jährige wird einiges erneuern, vieles soll aber auch beim Bewährten bleiben. Wie der Kiosk bereitet sich das ganze Bad auf seine erste Saison unter der neuen städtischen Regie vor. Wann es losgeht, ist freilich pandemiebedingt noch völlig unklar.

Remko Brouwer (links) und Mathias Wüst präsentieren die neuen Außen-Umkleidekabinen.
Remko Brouwer (links) und Mathias Wüst präsentieren die neuen Außen-Umkleidekabinen. | Bild: Nicolai Kapitz

„Es fehlt eigentlich nur noch das Wasser“, schmunzelt Dirk Harscher. „Bei den Temperaturen könnten wir fast schon öffnen.“ Man merkt dem Bürgermeister an, dass er sich auf diese Schwimmbadsaison – Corona hin oder her – freut, das Frühlingswetter Anfang April trägt dazu viel bei. Und er kann an diesem Mittwoch im Licht der Morgensonne fast schon einen kleinen Coup präsentieren, denn was in den vergangenen Jahren als besondere Problemstelle im Schwimmbad galt – die Gastronomie – legt die Stadt in die Hände eines alten Bekannten: Tessy Reda, einer der bekanntesten, wenn nicht der bekannteste Gastronom der Stadt, übernimmt den Betrieb des Kiosks zur neuen Saison. Tesfaldet Reda, den alle nur Tessy nennen, ist 52 und nicht nur Wirt seines Cafés „Tesnaz“ am Kronenbrunnen, sondern auch noch Vorsitzender des Sportvereins Schopfheim, langjähriger Stadtrat der Freien Wähler und als Kreisrat für eben jene Wählervereinigung auch Fraktionskollege von Bürgermeister Dirk Harscher im Kreistag. „Es hat“, sagt Harscher beim Vorstellungstermin im Schwimmbad, „viele Anfragen gegeben, als klar war, dass wir das Schwimmbad wieder selbst betreiben.“ Als die Stadt den Betrieb des Kiosks dann ausgeschrieben hatte, war der Bewerberandrang allerdings – Harscher vermutet auch Corona als Ursache – sehr überschaubar. Umso mehr habe es ihn gefreut, dass Tessy Reda Interesse signalisierte und eine Bewerbung abgab. „Er hat einen guten Ruf“, sagt Harscher. „Und er will sich hier sicher nichts verspielen.“ Warum der Bürgermeister das so betont, zeigt ein Blick in die zurückliegenden Jahre: Die Unzufriedenheit der Besucher mit dem Gastro-Betrieb im Bad wuchs und wuchs, das Personal des Betreibers, der den Kiosk nur nebenher bewirtschaftet hatte, schien mit dem Andrang oft überfordert. Die Stadt kann nun mit einem Profi in die neue Saison unter eigener Regie starten.

„Ich bin Geschäftsmann“, sagt Tessy Reda. Und als solcher steigt er auch in den Kiosk-Betrieb ein, nicht etwa aus nostalgischen Gründen. „Ich war das letzte Mal vor 32 Jahren im Schwimmbad“, sagt er. „Der Kiosk sieht immer noch fast genauso aus.“ Und den will er jetzt gründlich umbauen: „Es kommt vieles raus und es wird vieles neu gemacht.“ Eine neue Kühlzelle, eine neue Küche und weitere neue Geräte sind bestellt. Beim Angebot allerdings soll vieles beibehalten werden: „Eine Currywurst mit Pommes muss man einfach anbieten“, sagt Tessy Reda. Die Preise sollen dabei „moderat“ bleiben: „Es ist und bleibt ein Kiosk und keine Gastwirtschaft.“

Grundsätzlich will er das Angebotsniveau eher etwas zurückhaltender ansetzen und gegebenenfalls steigern, als zu viel zu planen und später zurückrudern zu müssen. Denkbar sind auch neue Angebote wie etwa Frühstück für Frühschwimmer oder Abendveranstaltungen an Wochenenden, wenn so etwas denn irgendwann wieder erlaubt ist. Derzeit ist er dabei, Personal für den Kioskbetrieb zu suchen. „Wenn es dann losgeht, heißt es Gas geben“, sagt der Gastronom. Dass die Warteschlange am Kiosk in Stoßzeiten gefühlt einmal um das Becken reicht, soll nicht wieder vorkommen. „Ich freue mich auf die Aufgabe“, erklärt der 52-Jährige. „Es sind fünf Monate zusätzliche Arbeit. Aber die Gastronomie ist einfach mein Leben.“

Wie der Kiosk erwacht auch der Rest des Bades zurzeit aus dem Winterschlaf. In den Becken laufen Abdichtungsarbeiten, Bademeister Mathias Wüst und sein Team bereiten den Saisonstart vor. Wann genau das sein wird, ist coronabedingt unklar. „Wir rechnen eher mit Anfang Juni“, sagt Bürgermeister Harscher. Wenn das Bad öffnet, wird es einige Neuerungen geben, neben dem Kioskbetreiber auch ein neues Kassensystem. Am meisten ins Auge fallen dabei aber die beiden hölzernen Umkleidekabinen, die der Bauhof in den zurückliegenden Wochen gezimmert hat. Remko Brouwer, als kommissarischer Leiter des Tiefbauamts und als solcher für das Bad zuständig, hat die Aufstellung rechtzeitig zum Frühjahr veranlasst.

Das Schwimmbad-Team um Bademeister Wüst ist indes noch nicht ganz komplett: Mit Armin Savoy hat zwar ein neuer zweiter Bademeister seinen Arbeitsvertrag unterzeichnet, es wird aber noch ein dritter Bademeister gesucht. Außerdem fehlt noch eine weitere Arbeitskraft an der Schwimmbadkasse und Servicekräfte für das Putz-Team.