Noch sieht es aus wie auf einer Großbaustelle, doch die Chancen stehen gut, dass von dem Erdrutsch im Finkenweg auf dem Altig bald kaum noch etwas zu sehen sein wird. Die Bewohner sind rund drei Monate nach der Beinahe-Katastrophe längst in den Häusern zurück und zurzeit laufen Planungen, wie der Hang wieder aufgeschüttet werden kann – eine komplizierte und aufwendige Sache.

Die Häuser sind stabil, der Hang unterhalb ist allerdings noch eine große Baustelle. Nun laufen die Planungen für die Rekonstruktion des Bodens. Bild: Martin Klabund
Die Häuser sind stabil, der Hang unterhalb ist allerdings noch eine große Baustelle. Nun laufen die Planungen für die Rekonstruktion des Bodens. Bild: Martin Klabund

Anfang Februar war hier auf einer Länge von mehreren Metern die Erde in Bewegung geraten. Vollgesogen vom tagelangen Dauerregen war der Hang bis zu vier Meter in die Tiefe gesackt. Die Bewohner von vier Häusern mussten ihre Sachen packen. Am härtesten traf es das Haus des Ehepaars Sailer: Wo eben noch der Terrassengarten war, ragten die Fundamente des Hauses ins Freie. Niemand wusste, ob nicht die ganze Häuserzeile in das grüne Tal des Erlensbaches abrutschen würde. Eine braune Narbe zog sich unterhalb der Häuser durch den olivgrünen Berg.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) rückten an, das THW errichtete eine Messanlage, mit der die Erdbewegungen genau erfasst werden konnten. Recht bald stellte sich heraus, dass drei der vier Häuser nicht gefährdet waren, die Bewohner durften zurück. Nicht so Andreas und Susanne Sailer, an deren Haus die Fundamente freigelegt waren.

Bis weit in den März hinein liefen die akuten Sicherungsarbeiten einer Spezialfirma unter Aufsicht von Geoingenieur Bernd Mannsbart aus Schopfheim. Mit Erdnägeln wurde das Erdreich stabilisiert. „Das hat auch alles wunderbar geklappt“, sagt Mannsbart. „Wir hatten die Gebäude eine Woche vor Ostern gesichert, das Vorgehen hat sich bestens bewährt.“ „Nach fast sieben Wochen sind wir am 23. März wieder in unser Haus zurückgezogen“, berichtet Andreas Sailer.

Seit April hat Bernd Mannsbart Vorschläge erarbeitet, wie der Geländehang wieder aufgebaut werden kann. Das Vorgehen ist kompliziert, denn es müssen zwei Dinge gewährleistet sein: Einerseits muss der Garten wieder aufgebaut werden, andererseits muss der Untergrund so stabilisiert werden, dass sich eine solche Beinahe-Katastrophe nicht wiederholen kann. Davon, wie fest der Boden unterhalb der Wohnhäuser ist, hängt nämlich auch ab, wie sicher die Gebäude in Zukunft stehen. „Der Hang ist immer noch voller Wasser“, sagt Bernd Mannsbart. Ihn einfach wieder aufzuschütten wäre viel zu kurz gedacht.

Deswegen liegt das Hauptaugenmerk bei den Planungen darauf, den Boden zu entwässern. Dazu wird der Hang mit Drainagen durchsetzt. „Der Boden wird in Fallrichtung des Hanges an mehreren Stellen aufgegraben“, erklärt der Geoingenieur. Bagger werden im Abstand von jeweils etwa fünf Meter Gräben ziehen, die werden dann mit Schotter befüllt. „Wenn wir das Wasser mit einer Drainage herausbekommen, haben wir eine wesentliche Verbesserung der Tragfähigkeit des Bodens“, sagt Mannsbart. Auf diese Schicht kommt dann wieder Erde, allerdings mit Kalk und Zement vermischt – „das sind hydraulische Bindemittel, die dem Boden Wasser entziehen.“

Zurzeit ruhen die Bauarbeiten. „Bis wir so weit sind und die Baufirma anfangen kann, sind noch ein paar technische Fragen zu klären. Wir kommen da in den Juni oder Juli hinein“, sagt Bernd Mannsbart.