Infolge der Klimaerwärmung und der globalen Handelsströme kommen schon seit mehreren Jahren einige Schädlinge hauptsächlich aus Asien und Nordamerika nach Europa. Es waren bisher der Buchsbaumzünsler, der Asiatische Eschenprachtkäfer, die Kirschessigfliege, die Bläulingszikade, die Walnussfruchtfliege und der neu auftauchende Japan-Käfer. Erhebliche Schäden im Obst- und Gemüseanbau verursachte die Marmorierte Baumwanze (Stinkkäfer), auch im Wiesental. Sie wurde 2011 zuerst in Deutschland gesichtet.

Das Tier kam wohl beim Bau eines Chinagartens in Zürich nach Konstanz. 2017 tauchte sie im Raum Stuttgart, 2018 in Freiburg und dann auch im Landkreis Lörrach in der Region bei Fischingen auf. Die Wanze verursachte in Südtirol, der Schweiz, der USA und vereinzelt auch in Deutschland im Obstbau erhebliche Schäden. Die größten Schäden gibt es bei uns an Birnen, Äpfel, Tomaten und Paprika (im Gewächshaus).

Die Wanze saugt inzwischen an rund 300 Pflanzenarten. Obst und Gemüse verfärben sich, verbeulen, stinken und sind nicht mehr zu verkaufen. Das beklagt auch Landwirt Hans-Dieter Reif aus Wiechs. Die Tomaten in seinem Garten und die Topas-Äpfel neben seinem Anwesen wurden durch die Wanze ungenießbar. Die Äpfel waren deformiert und schmeckten bitter. Schäden bemerkte auch Klaus Böttger, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Schopfheim, an seinen Tomaten. Die Tomaten wurden schon im grünen Zustand von der Wanze befallen. An den Einstichstellen entwickelten sich bei den reifen ungenießbaren Tomaten Faulstellen.

Klaus Nasilowski, Obstbaumberater am Landratsamt Lörrach, weist darauf hin, dass die Wanze ein Problemschädling ist, weil sie nicht bekämpft werden darf. „Es ist kein einziges Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schädling zugelassen… Obwohl die Bedrohung in der EU bekannt war, wurde nichts dagegen getan. Jetzt haben wir das Problem in der Fläche und werden es auch nicht mehr wegbekommen“, erklärte Nasilowski.

Man erhofft sich, bei der Bekämpfung durch einen natürlichen Gegenspieler aus Asien Erfolge zu erzielen. Die Samurai-Wespe legt ihre Eier in die Eier der Baumwanze. Die Larven ernähren sich von den Eiern. Aus jedem befallenen Ei schlüpft eine Wespe. Die ersten Wespen wurden im August 2020 in Deutschland schon nachgewiesen. Zurzeit laufen Untersuchungen, ob die in Europa einheimische Schlupfwespe zur Bekämpfung eingesetzt werden kann.

Wie lästig die Marmorierte Baumwanze ist, bekamen einige Schopfheimer zu spüren. Sie bemerkten auf Balkonen, Terrassen und nach dem Lüften auch in der Wohnung die Wanze und die Amerikanische Kiefernwanze. So kamen einige Wanzen bei warmen Temperaturen Ende November aus ihren Überwinterungsquartieren. Vorsicht: Die Stinkwanze versprüht bei Bedrohung ein stinkendes Sekret.

Mit dem Weihnachtsbaum aus den USA eingereist

Die Amerikanische Kiefernwanze, die längst auch bei uns in Deutschland herumkrabbelt, verursachte in den USA Ertragsminderungen am Koniferen-Saatgut durch das Saugen an den Zapfen und Blüten von Nadelbäumen. Sie wurde 1999 erstmals in Europa nachgewiesen und hat sich inzwischen stark verbreitet. Einschleppungswege gelten Importe von Weihnachtsbäumen, Saatgut oder Baumaterial. Bei uns wurden noch keine Schäden bemerkt.

Der Einflug in Wohnungen und Häuser gelten als lästig. Die Tiere sind jedoch harmlos. Bei Störungen sondern sie ein Sekret ab, das nach Kiefernnadeln oder Äpfeln riecht.