Ein Tross von Germanen aus allen deutschen Landen hat das friedliche Dörfchen Mambach gestürmt und ist mit Gebrüll und Keule schwingend zur Thingstätte auf dem Eichebrändle gezogen. Dort blickte die germanische Gottheit Odin mit Wohlgefallen von seinem Wohnsitz Asgard aus, auf seine in Fell gewandeten Stämme und die in Scharen hinauf gewanderten Besucher. Nach vier Jahren Unterbrechung, hieß es wieder: „Keule hoch, Germane!“

Der Germanentross zieht am Samstag gemeinsam zur Thingstätte.
Der Germanentross zieht am Samstag gemeinsam zur Thingstätte. | Bild: Edgar Steinfelder

Was der Germanenverein Mambach den vielen Gästen an Aktionen und Attraktionen zu bieten hatte, war wieder einmal Spitze. Da heizte am Samstag gleich zu Beginn die Zeller Wildsaumusik die Stimmung auf, ein Barde hielt es eher mit leiseren und besinnlichen Weisen und bei den fetzigen Rhythmen der Showband Get Wet aus der Ortenau wurde im Nu die Tanzfläche gestürmt.

Derweil durften die Germanen und ihre Gäste beim Speerwerfen, beim Bogenschießen und beim Steinweitwurf ihre Kräfte messen.

Ein treffsicherer Speerwurf.
Ein treffsicherer Speerwurf. | Bild: Edgar Steinfelder

Die Stimmung auf der Thingstätte war bestens. Überall auf dem Festareal sah man fröhliche Menschen in Feierlaune und sie genossen die germanischen Spezialitäten. Einziger Wermutstropfen an dem Abend war, dass der Baumstumpfzieh-Wettbewerb für Frauen abgebrochen werden musste, weil sich eine Teilnehmerin während des Wettkampfs verletzt hatte.

Das Gelage am Sonntag war so richtig nach dem Geschmack der Germanen.
Das Gelage am Sonntag war so richtig nach dem Geschmack der Germanen. | Bild: Edgar Steinfelder

Am Sonntag dann unterhielt zunächst der Musikverein Gresgen die Gäste mit einem flott-unterhaltsamen Frühschoppenkonzert, das auch Appetit auf ein deftiges Mittagessen machte. Und diesen Appetit hatten die hungrigen Germanen tatsächlich, die bei ihrem urigen Gelage kräftig zulangten und dabei stilecht sämtliche Tischsitten außer Acht ließen, als sie sich der Schlemmerei hingeben durften. Da blieben am Schluss nur noch abgenagte Knochen übrig.

Die Gewinnerin des Urschrei-Wettbewerbs: Antje Hutflötz.
Die Gewinnerin des Urschrei-Wettbewerbs: Antje Hutflötz. | Bild: Edgar Steinfelder

Dann durften sich die gesättigten Germanen ausruhen und zur Verdauung zusammen mit den Besuchern das unterhaltsame Konzert der Zäpflebrüder genießen. Wer wollte, konnte über den Handwerkermarkt schlendern und altertümliches Handwerk bestaunen. Das Germanefescht 2022 war wieder ein absoluter Besuchermagnet und die Germanen und ihre zufriedenen Gäste freuen sich schon auf eine Neuauflage des Fests im Jahr 2024.