Nach anderthalb Jahren kulturellem Stillstand wegen Corona legt die Stadt Schopfheim im Herbst wieder ihre Theater- und Kleinkunstreihe auf. In der Saison 2021/22 werden in der Kulturkooperation Schopfheim-Wehr fünf Theaterstücke und eine Musikshow in der Stadthalle sowie vier Kabarett- und Kleinkunst-Abende in der Kirche St. Agathe angeboten.

Der Kulturbeauftragte Dominik Baiker freut sich sehr, dass es nach so langer Pause wieder städtische Kulturveranstaltungen gibt. Die Stücke für die Theaterreihe sind teilweise noch von Baikers Vorgängerin Susanne Häußer-Ühlin und Jutta Hofmann von der Tourist-Information ausgesucht worden, konnten bisher aber nicht aufgeführt werden. Wie Baiker erklärt, wurden die rund 100 Abonnenten angeschrieben, ob sie ihre Abos behalten möchten. Sollte im Herbst und Winter nach wie vor die 3G-Regel gelten, könnten nach derzeitiger Verordnung 200 Personen in der Halle Einlass finden. Nach den früheren Abstandsregelungen wären es nur 100 gewesen. Auch wenn alle bisherigen Abonnenten weiterhin dabei bleiben, sind ausreichend Abos und Einzelkarten verfügbar.

Die ansteigende Bestuhlung in der Stadthalle ist aus technischen Gründen derzeit nicht möglich. Dafür soll durch eine lockere Reihenbestuhlung, bei der jede zweite Reihe frei gelassen wird, auf allen Plätzen gute Sicht ermöglicht werden. Beibehalten wird, dass die Schauspieler mit Headsets ausgestattet sind, so dass auch auf den hinteren Plätzen alles gut verständlich ist.

Start in die Theatersaison ist am 12. Oktober mit dem Stück „Harold und Maude“ in einer Produktion der Theatergastspiele Fürth. Mit den Inszenierungen dieses Tourneetheaters hat die Stadt in den Vorjahren gute Erfahrungen gemacht, „die Rückmeldungen waren immer sehr positiv“, so Baiker. So dürfen sich die Besucher auf die ebenso berührend-melancholische wie unkonventionelle Liebesgeschichte zwischen der vitalen, lebensfrohen Maude (gespielt von Kathrin Ackermann) und dem viel jüngeren Harold freuen. Dass neben überregionalen Tourneebühnen auch Künstlerinnen und Künstler aus der Region zum Zug kommen, ist Baiker wichtig. So ist am 16. November die Freiburger Schauspielerin Bea von Malchus mit ihrem Solotheater über die Nibelungen „Damen, Drachen, Rittersport!“ zu erleben. In ihrer Ein-Frau-Vorstellung spielt Bea von Malchus sämtliche Rollen in rasantem Wechsel und verpackt die alte Nibelungen-Sage in ein freches und packendes Erzähltheater.

Heiße Rhythmen, mitreißende Tänze, Gesang, karibisches Flair und kubanische Lebensfreude verspricht die Show „Pasión de Buena Vista“ mit Sängern, Tänzern und Musikern aus Kuba am 4. Januar als beschwingter Start ins neue Jahr. Eine moderne Komödie über Beziehungsstress und Paartherapie ist „Die Wunderübung“ des Bestsellerautors Daniel Glattauer. Das Tourneetheater Stuttgart bringt am 15. Januar das unterhaltsame Drei-Personen-Stück auf die Bühne, das mit Wortwitz und überraschenden Wendungen aufwartet.

Krimifans kommen am 14. Februar bei dem Psychothriller „Die Falle“ von Robert Thomas auf ihre Kosten. Spannung und Nervenkitzel sind garantiert bei dieser Aufführung der Theatergastspiele Fürth um ein einsames Landhaus, eine verschwundene junge Frau, ihren verzweifelten Ehemann und eine ominöse Unbekannte, die sich als falsche Gattin ausgibt. Prominent besetzt mit TV-Stars wie Christine Neubauer und der vom „Tatort“ bekannten ChrisTine Urspruch ist die Boulevardkomödie „Celine“, die zum Abschluss der Saison am 5. April gezeigt wird: ein vergnügliches Stück um die Titelheldin, ihre Haushälterin und einen Gauner in einer Luxusvilla. „Eine schöne Mischung für die Theaterfans“, meint Baiker zur Auswahl.

Spielort für die Kleinkunst-Reihe ist wieder St. Agathe in Fahrnau. Dort gibt am 6. November die Band „Station Four“ um den Rocksänger Heiko Trefzger aus Wehr eine Art „Gesprächskonzert“. Unter dem Motto „Acoustic Rock & Story Telling“ verbinden die Musiker eine Reise durch 40 Jahre Rockmusik mit Anekdoten aus dem Musikerleben. Einen Abend zuvor, am 5. November, stellt die Kabarettistin Marianne Schätzle ihr neues Programm „S isch wie‘s isch“ mit amüsanten Gedanken und Geschichten aus dem Alltag vor. Schätzle zeigt, dass sie auch jenseits ihrer Paradenummer als Kanzlerin Merkel viel Humoriges und Hintersinniges drauf hat.

Museumskeller soll als Spielort wiederbelebt werden

„Die Vorletzten“ nennt sich ein besonderes Kabarett-Duo, das am 10. Dezember passend in der Kirche St. Agathe auftritt: Peter Schaal-Ahlers, Pfarrer am Ulmer Münster, und Sören Schwesig, Stadtdekan von Stuttgart, nehmen in Geschichten, Liedern, Gedichten und Dialogen Themen aus Alltag, Gesellschaft und Kirche aufs Korn. Mit dem Klavier-Kabarettisten Daniel Helfrich und seinem anspielungsreichen Programm „Trennkost ist kein Abschiedsessen“ endet die Kleinkunst-Reihe im Mai. Wie Baiker sagt, will er auf längere Sicht auch wieder den Museumskeller als Kleinkunstort beleben.