Vom 1. bis zum 8. Oktober fand in der Grundschule Fahrnau im Rahmen der Aktion „Kleine Klimaschützer unterwegs“ eine fächerübergreifende Klima-Projektwoche statt. Wir durften der Klasse 4b einen Besuch abstatten und erfuhr, welch kluge Gedanken sich die Schüler unter Anleitung ihrer Klassenlehrerin Claudia Ströble zu Fragen des Klimawandels und des Umweltschutzes gemacht haben. Seit 2002 gibt es die Kampagne „Kleine Klimaschützer unterwegs“, an der sich Kindergarten- und Schulkinder in ganz Europa beteiligen.

Im Verlauf einer Aktionswoche legen die jungen Umweltschützer ihre Alltagswege auf bewusst klimafreundliche Art zurück. Sie gehen zu Fuß, fahren mit dem Fahrrad, auf Inlinern oder nutzen öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Jede auf diese Weise zurückgelegte „Grüne Meile“ wird in Form eines Stickers in ein Kindermeilen-Sammelalbum geklebt. Die Summe aller Meilen werden nach Abschluss der Aktionswoche dem Klima-Bündnis in Frankfurt am Main gemeldet. Hier werden alle von Kommunen und Einrichtungen übermittelten Meilen zusammengezählt und der nächsten UN-Klimakonferenz als Beitrag der Kinder Europas zum globalen Klimaschutz präsentiert. Im Rahmen der Aktionswoche beschäftigen sich die Kinder auch mit vielen weiteren Aspekten des Umweltschutzes.

An der Aktion haben sich in diesem Jahr erstmalig auch die Schüler der Grundschule Fahrnau und der Außenstelle Gersbach beteiligt. An den Wänden des Klassenzimmers der 4b in Fahrnau hängen Plakate, auf denen die Schüler ihre Ideen und Ansichten festgehalten haben. „Wenn ich Bundeskanzler/in wäre, dann“ steht auf einem. Die kindlichen Vorstellungen hierzu sind so naheliegend wie rigoros: Plastik, Kohle- und Kernkraftwerke gehören verboten, dafür soll es mehr Windräder, Solarzellen, Bio-Obst und Bäume geben. Auch über den Klimawandel und die Frage, wie diesem begegnet werden kann, haben sich die Viertklässler Gedanken gemacht. Das dazu Niedergeschriebene macht deutlich, dass ihnen die drastischen Folgen der Klimaveränderung bewusst sind: Das Schmelzen der Alpengletscher, extreme Wetterereignisse, die zu Dürreperioden und Überschwemmungen führen – für Kinder erschreckende Zukunftsaussichten.

In einem Spiel galt es, alltägliches Verhalten dahingehend zu beurteilen, ob es in seinen Auswirkungen gut oder schlecht für unseren Planeten ist. Hier musste keines der Kinder lange überlegen. Sogar bei Entscheidungen, mit denen sich Erwachsene schwer getan hätten, war die Trefferquote hoch. Bei der Frage, was die Politik tun könne, um den Klimawandel zu stoppen, ließ die spontane Antwort eines Mädchens aufhorchen: „Politiker, die reden ja nur Quatsch und machen nichts.“

Neben all ihren Themenprojekten haben die Schüler der 4b auch etliche „Grüne Meilen“ gesammelt. Erfreut zeigte Schulrektorin und Klassenlehrerin Claudia Ströble das Kindermeilen-Sammelalbum mit den darin enthaltenen Stickern. Sie äußerte sich zuversichtlich, dass alle Klassen es auf die symbolische Anzahl von 765 Meilen bringen werden. Dies entspricht der Strecke von Schopfheim bis zum schottischen Glasgow, wo im November die 26. UN-Klimakonferenz stattfindet.

Morgen, Donnerstag, werden die Wünsche, Forderungen und Meilen der Kinder auf dem Fahrnauer Schulhof an den Schopfheimer Bürgermeister Dirk Harscher übergeben. Gleiches geschieht in Gersbach, wo Ortsvorsteherin Ann-Bernadette Bezzel die Ergebnisse der Klima-Projektwoche entgegennehmen wird.