Genau auf 988,8 Meter über Meereshöhe liegt die herausragende Landmarke des Wiesentals. Derzeit versperren Absperrgitter den Zugang, weil Handwerker das Sagen haben. Oben beim Ausguck sind sicherheitshalber Fangnetze gespannt, damit weder Mensch noch Material zu Boden fallen können. „Auf der Aussichtsplattform werden alle beanspruchten Holzteile ausgetauscht“, erläutert Bauleiter Wolfgang Leppert die aktuelle Maßnahme. Auch im Dachhelm muss Holz erneuert werden.

Das 127 Jahre alte Bauwerk sei aber stets gut gewartet worden und weise eine gute Standsicherheit auf, bescheinigt der Bausachverständige. Wer genau darauf achtet, kann im Turm stabile Zugstangen an den Seitenwänden entdecken. Dadurch wird der leichtere obere Teil des Turmes nach unten gezogen und durch sein Eigengewicht gehalten. Leppert verbindet eine besondere Beziehung zur Hohen Möhr. Schon als kleiner Junge sei er mit seinem Vater von Schopfheim über den Langenfirst hier heraufgewandert. In dem Moment rücken auch die Zimmerleute an und ziehen mit Seilen im Eimer die nötigen Werkzeuge herauf. Immer wieder müssen sie die 54 Stein- und 87 Holzstufen hinauflaufen. 30 Meter hoch ist der Aussichtsturm und bietet von oben einen phantastischen Blick in den Jura und zu den Vogesen, nach Basel und an vielen Tagen im Jahr sogar in die Alpen. Die exponierte Lage des Turmes auf der Hohen Möhr bedinge ganz andere Windstärken als unten im Tal. „Die Windereignisse werden stärker“, weiß Wolfgang Leppert. Das müsse man im Auge behalten. Das tut der Baufachmann auch, indem er regelmäßig Aufnahmen von allen Seiten fertigt. Dadurch ist aufgefallen, dass auch im unteren Bereich des Turmschaftes bröckelnde Mauerfugen saniert werden müssen. Es solle verhindert werden, dass am Mauerwerk ablaufendes Regenwasser in die Ritzen dringe und im Winter zu Frostschäden führe, so der Experte.

Die dritte Baustelle ist im Prinzip bereits erledigt. Vom Sendemasten nebenan, der dem Südwestfunk gehört und schon auf Zeller Grund und Boden liegt, ist bereits ein Erdkabel zum Aussichtsturm verlegt worden, was jetzt die Bauarbeiten vereinfacht, ab sofort auch das Kaffeekochen und Würstchenbraten für den Schwarzwaldverein ermöglicht.

Der Aussichtsturm liegt auf Schopfheimer Boden und gehört der Schopfheimer Ortsgruppe des Vereins. Der Schwarzwaldverein ist denn auch Auftraggeber der aktuellen Arbeiten. Leppert kann den kolportierten Betrag von 50.000 Euro für die Arbeiten nicht bestätigen, so teuer werde die Maßnahme wohl nicht kommen.

Grundsätzlich staune man, wie viel die Bürger bereit seien zu spenden, wenn es darum gehe, ihr Wahrzeichen und Ausflugsziel zu erhalten, berichtet Leppert. Auch die Basler seien nicht geizig und spendeten für die Hohe Möhr, weiß er. Für die neue Holzvertäfelung der Aussichtsplattform hat man sibirische Lärche ausgewählt, langjährig gewachsen, „fast selbst imprägnierend“. Es komme nur noch Leinöl darauf, das gut einziehe und beim nächsten Sanieren nicht abgeschmirgelt werden müsse. Nachhaltigkeit bei der Turmsanierung hat Tradition. So hat Leppert dem Holzfachmann, der die Arbeiten vor 26 Jahren ausgeführt hat, bereits ein dickes Kompliment gemacht: „Die Handwerker haben hier immer voll und ganz hinter ihrer Arbeit gestanden.“ In rund einer Woche sollen die Sanierungen beendet sein.

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