Die Firma Gusstechnik Schopfheim hat am Montag in der Grienmatt ein eigenes Corona-Testzentrum eröffnet. In ihm können sich ab sofort die Mitarbeiter an zwei Tagen in der Woche kostenfrei auf Corona testen lassen. Für den korrekten Ablauf der Testungen sorgt das Deutsche Rote Kreuz Gersbach.

Der Mitte März vom Robert-Koch-Institut (RKI) vorgelegte Bericht zur Infektionslage ist besorgniserregend. Strikte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden angemahnt. Nicht nur in Kitas, Schulen und im privaten Bereich, auch im beruflichen Umfeld seien massive Anstrengungen zur Eindämmung von Ausbrüchen und Infektionsketten erforderlich, heißt es darin. Hier sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Unternehmen in der Pflicht. Sie forderte „Testangebote im überwiegenden Teil der deutschen Wirtschaft“ und bezifferte diesen Anteil auf 90 Prozent. Geschehe dies nicht, so Merkel, werden „regulatorische Maßnahmen in der Arbeitsschutzverordnung“ erfolgen.

Ihr Aufruf blieb mancherorts ungehört: Aktuell bieten nur die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland Tests für ihre Beschäftigten an. Am Dienstag, 13. April will das Bundeskabinett über eine gesetzliche Testverpflichtung für Unternehmen entscheiden. Diesem Termin ist die Gusstechnik Schopfheim mit der Eröffnung ihres eigenen Testzentrums zuvorgekommen. Die Forderung der Politik habe allerdings auch nicht den Anstoß gegeben, betonte Geschäftsführer Wolfgang Bieber. Ein firmeneigenes Testzentrum habe man bereits zuvor geplant. „Der Schutz aller Mitarbeiter des Unternehmens und die Aufrechterhaltung der Funktionalität sind uns wichtig und liegen in unserem eigenen Interesse“, sagt Bieber.

Die Firma Gusstechnik in Schopfheim beschäftigt derzeit 230 Mitarbeiter. Diese können sich ab sofort zweimal in der Woche freiwillig testen lassen. Testtage sind Montag und Donnerstag von 10 bis 15 Uhr. Im Testraum befinden sich zwei Kabinen. In jeder von ihnen kann alle fünf Minuten ein Test vorgenommen werden. Dies geschieht durch Fachpersonal des DRK Gersbach, unterstützt von Mitarbeitern der Firma, die zu Ersthelfern ausgebildet und entsprechend geschult wurden. Am Vormittag der Öffnung des Testzentrums lagen bereits 68 Anmeldungen vor. Und auch Geschäftsführer Wolfgang Bieber möchte sich testen lassen – tritt aber erst einmal zurück: „Erst kommen meine Mitarbeiter, dann ich.“