„Das darf ja nicht wahr sein. Da stellen wir jemanden ein, um Kosten zu minimieren – und jetzt erhöht dieses Büro die eigenen Kosten exorbitant.

Ich trage das nicht mit“: Grünen-Stadtrat Ernes Barnet war am Montag im Gemeinderat mit seinem Unmut nicht allein. Der Gemeinderat verweigerte die Zustimmung, das Budget der Campus-Projektsteuerung um rund 190.000 Euro zu erhöhen. Auf Antrag der SPD wurde das Thema vertragt. Die Stadt solle erst einmal Einsparungen ausloten.

Die Stadtverwaltung hatte eine Budgeterhöhung beantragt, weil das geplante Arbeitspensum des mit der Steuerung beauftragten Büros bereits nach gerade mal der Hälfte der geplanten Vertragslaufzeit aufgezehrt ist. Ursprünglich waren für die Projektsteuerung bis zum Ende der Bauarbeiten Ende 2022 – also für 53 Monate – 3500 Arbeitsstunden und ein Budget von knapp 480.000 Euro kalkuliert worden. Doch jetzt ist dieses Kontingent nach 27 Monaten bereits überschritten. Peter Ulrich (SPD) bekundete: „Auch wir haben ein Problem mit dieser massiven Kostenerhöhung.“ Er schlug vor, dass die Stadtverwaltung ein „Szenario entwickelt, wie Kosten eingespart werden können, damit die Erhöhung maßvoll ausfällt“.

Heidi Malnati (CDU) war ebenfalls verärgert. Zwar habe die CDU maßgeblich angestoßen, dass eine Projektsteuerung mit ins Boot genommen wird – dies allerdings um Kosten einzusparen. Jetzt aber werde nicht nur der Campus gleichwohl immer teurer, auch die Kosten der Projektsteuerung „gehen exorbitant hoch“. Das sei „fast nicht mehr vertretbar“.Thomas Kuri (CDU) indes brach „eine Lanze für die Verwaltung“. Dafür, dass der Campus immer teurer werde, könne die Projektsteuerung wenig, da sie leider viel zu spät hinzugezogen worden sei.

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Zum anderen habe sie aber auch neben dem Kontrollieren von Kosten und dem Begleiten von Ausschreibungsverfahren zusätzliche Aufgaben bewältigen müssen. Aufgaben, die Sache der Verwaltung seien – „was aber personell bedingt nicht leistbar war“. Daher stelle sich eher die Frage: „Welche Aufgaben überträgt man ihr weiterhin?“ Denn: „Dass es eine Projektsteuerung braucht, hat sich oft genug gezeigt.“

Auch Schopfheims Bürgermeister Dirk Harscher betonte: „Ohne Projektsteuerung geht es nicht.“ Die Verwaltung alleine könne das nicht leisten. Erschwerend komme hinzu, dass noch während der Bauzeit zwei ins Projekt involvierte Bauamtsmitarbeiter aus dem Verwaltungsdienst ausscheiden werden.

Teresa Bühler (SPD) kritisierte, dass der Schopfheimer Gemeinderat in diesem Fall viel zu spät informiert worden sei. Für Felix Straub (Grüne) geht es jetzt darum, genau zu überlegen, welche Leistungen noch benötigt werden. Hildegard Pfeifer-Zäh (Freie Wähler) hält eine Projektsteuerung „unbedingt für notwendig“ – und wies darauf hin, dass auch Beschlüsse des Gemeinderats Umplanungen und damit Mehrarbeit zur Folge hatten.