Das Land fördert neue Projekte im Unesco-Biosphärengebiet Schwarzwald. Zwölf Vorhaben erhalten insgesamt rund 225.000 Euro. Sie reichen von der Landwirtschaft über Tourismus, Naturschutz bis zu Bildung und Kultur. Die Auswahl traf der der Lenkungskreis des Biosphärengebiets im sogenannten Umlaufverfahren.

Die Förderanträge waren von Vereinen und Privatpersonen gestellt worden (siehe Infobox). „Das Förderprogramm des Landes ermöglicht den Menschen und landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. So schaffen wir einen konkreten Mehrwert für diese einzigartige Region und stoßen Investitionen in einer wirtschaftlich anspruchsvollen Lage an“, schreibt die Vorsitzende des Lenkungskreises, Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, in Freiburg. Insgesamt lagen dem Lenkungskreis in diesem Jahr 24 Anträge vor, die zusammen 770.000 Euro Fördervolumen darstellten.

Vier weitere Anträge waren zwischenzeitlich zurückgezogen worden, für zwei Anträge wurden alternative Fördermöglichkeiten erschlossen. Die Vorauswahl durch die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets in Schönau fand anhand eines Kriterienkatalogs und mit einer breiten Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Behörden sowie des Beirats statt. Vier Projekte werden derzeit als mögliche Nachrücker geführt. Dass es sich für Antragsteller lohnen kann, nach einer Absage erneut einen Antrag zu stellen, zeigt das Beispiel des Landschaftspflegevereins in Böllen: Im vergangenen Jahr präsentierte er zum ersten Mal seine Pläne für einen Weideschuppen, in dem genug Platz ist für den umfangreichen Fuhrpark aus Mulchern, Mähmaschinen, Holzspalter und mehr. Aber erst dieses Jahr kam er unter allen Bewerbern zum Zuge. Vereinsvorsitzender Bernhard Karle freut sich sehr darüber, dass es nun mit Bauprojekt losgehen kann – „sobald der Förderbescheid da ist“.

Das Gebäude soll etwa 15 auf zehn Meter groß und am Ortseingang von Oberböllen errichten werden. Derzeit stehen die Maschinen in einem Gemeindeschuppen; jeder Böllener darf sie sich ausleihen. Sie werden im Belchengebiet eingesetzt. Die Hälfte der Kosten von rund 100.000 Euro wird das Biosphärengebiet tragen.

Im Biosphärengebiet Schwarzwald sind 29 Städte und Gemeinden Mitglied. Jährlich stellt das Land Baden-Württemberg rund 200 000 Euro Fördermittel zur Verteilung bereit. Von 2017 bis 2019 wurden 60 Projekte mit Gesamtkosten von 2,24 Millionen Euro und einer Fördersumme in Höhe von 1,26 Millionen Euro bewilligt. Der Antragsschluss für die nächste Förderrunde ist am 15. November.