Schopfheim – Manche sagen, er sei der hässlichste, sicher ist er der speziellste – und Fachleute sind sich sicher, er ist auch der gefährlichste Kreisverkehr in Schopfheim: Der Kreisel an der Kreuzung Wiechser-, Schwarzwald- und Belchenstraße hat immer wieder für Diskussionen gesorgt. Nun wird angepackt, was schon länger im Raum steht: Der Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik (BUT) befasst sich in seiner nächsten Sitzung mit der Umgestaltung und damit Entschärfung des Kreisverkehrs.

Als 2007 die viel befahrene Kreuzung durch einen Kreisel entschärft wurde, war das in vielerlei Hinsicht gewöhnungsbedürftig: Wer aus Wiechs in die Stadt wollte, konnte nicht mehr vorfahrtsberechtigt durchrauschen, wer aus der Schwarzwaldstraße nach Wiechs wollte, musste keine Viertelstunde mehr warten – und wer sich den Kreisel ansah, der erschrak: Ein Ring aus Felsblöcken, mittig gekrönt von einem schwarzen Metallgestell. Was beim ersten Hinsehen als germanische Kultstätte durchgehen könnte, entpuppte sich erst auf den dritten oder vierten Blick als ausgedientes Mulchgerät aus dem städtischen Bauhof.

Mancher adelte diese Anordnung als „Kunstobjekt“, andere deklarierten es zum „hässlichsten Kreisel Südbadens“. Sicher, diese Anordnung war als Provisorium gedacht. Aber wie der Volksmund weiß, halten diese oft länger, als man ihnen zutraut. Und so stoßen sich zahlreiche Schopfheimer seit Jahren an diesem Kreisel. Nun sind es allerdings keine optischen Gründe, die die Stadt nun, 14 Jahre nach der Errichtung, zum Handeln zwingen: Bereits 2011 bemängelte die Polizeidirektion Lörrach den „provisorischen Aufbau mit Quadersteinen“. Diese Anordnung sei „sehr bedenklich“, ist auch den Unterlagen für die BUT-Sitzung am 27. September zu entnehmen.

Die Verkehrsexperten sehen in den großen Blöcken erhebliches Gefahrenpotenzial, vor allem für Zweiradfahrer. „Es steht zu befürchten, dass bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung dieser Verkehrsarten (Fahrrädern und motorisierten Zweirädern) die Unfallfolgen für die Verkehrsteilnehmer deshalb schwerwiegend sein können, wenn die Fahrzeugführer gegen die als Umrandung der Kreisinsel aufgebauten Steine stürzen“, heißt es in der Begründung.

Ebenfalls könne nicht ausgeschlossen werden, „dass im Schadensfall die zuständige Straßenbaubehörde, in diesem Fall die Stadt Schopfheim, ersatzpflichtig gemacht wird (oder es zumindest versucht wird)“.

Sollte sich also jemand nicht nur optisch, sondern physisch an diesem Kreisel stoßen, könnte es für die Stadt sogar teuer werden. „Der Kreisverkehr“, so verdeutlicht die Verwaltung, „stellt in seine jetzigen Ausbauweise eine Gefahr für Leib und Leben des Verkehrsteilnehmers dar.“ Und zwar deshalb, weil Verkehrsteilnehmer im Notfall – wenn sie etwa ausweichen müssen – den Kreisverkehr überfahren können müssen. Deswegen seien zwar Pflanzen geeignet, aber keine Felsbrocken. Die kann die Stadt dafür an anderer Stelle gut gebrauchen: Im Neubaugebiet Stalten in Langenau sind genau solche Klötze für Böschungsabgrenzungen gefragt. Die Felsen werden also recycelt und dadurch möchte die Stadt rund 10.200 Euro einsparen. Für die Umgestaltung des Kreisels werden dann laut Vorlage noch rund 32.800 Euro fällig.

Umgestaltet werden soll nur die Innenfläche, nach dem Vorbild des Adlerkreisels, „da sich diese Bauweise als Provisorium bewährt hat“. Damit werden die Kosten gering gehalten. Bepflanzt werden soll die Innenfläche mit insekten- und bienenfreundlichen Pflanzen.

Der Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik tagt am Montag, 27. September, ab 18 Uhr in der Stadthalle.