Die befreundeten Fußballvereine FC Schönau 1908 und SV Todtnau 1928 werden künftig noch enger zusammenarbeiten: Ihre Spieler der C-, B- und A-Jugend werden zu einer Spielgemeinschaft (SG) vereint. Diese neue SG Schönau/Todtnau wird nächste Saison in der Meisterschaft und im Pokal des Südbadischen Fußballverbands antreten. Wie trafen uns im Jogi-Löw-Stadion mit Jasmin Markanic, Vorsitzende des FC Schönau, und Luca Branca, Jugendleiter des SV Todtnau, um Näheres über die Klubs und ihre Zusammenarbeit zu erfahren.

Es ist der 25. Mai – ein Freudentag für den FC Schönau: Nach siebenmonatiger Corona-Zwangspause ist erstmals wieder Gruppentraining möglich. Eintrittskarte für das Betreten des Spielfeldes ist ein negativer Corona-Test. Wer den nicht vorweisen kann, hat die Möglichkeit, sich fachmännisch vor Ort testen zu lassen. Die Spielfreude der Kicker ist unübersehbar. Bis in die Abendstunden herrscht reges Treiben auf dem Platz.

Seit 1908 wird in Schönau Fußball gespielt. Zunächst geschah dies in einem Sportverein. 1956 machten sich die Fußballer selbstständig und gründeten den FC Schönau, der eingedenk der Anfänge die Jahreszahl 1908 in seinem Namen trägt. Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Bundestrainer Joachim Löw verdiente sich im FC Schönau seine ersten fußballerischen Sporen, ehe er 1978 zum SC Freiburg ging, um seine Profikarriere zu starten. Über mangelnde Mitgliederzahlen kann dich der Verein nicht beklagen – aktuell sind es 590.

Der SC Todtnau gründete sich 1928. Schnell stellten sich die ersten Erfolge ein – Rückschläge nahm man sportlich und behielt seinen Kampfgeist. Und der wurde belohnt: 2001/02 errang der SC Todtnau den Staffeltitel der Kreisliga A und stieg in die Bezirksliga Hochrhein auf. Vier Jahre später erreichte er die vierte Runde des südbadischen Pokals. Als einen Höhepunkt nennt Branca die Frauenmannschaft, die 2015/16 den Bezirkspokal holte und in der folgenden Saison am Verbandspokal teilnahm. Der Verein plant die Einrichtung einer Trainingsgruppe für G-Junioren, also für Kinder zwischen vier und sechs. „Ein erstes Schnuppertraining soll es im Juli geben“, sagte Luca Branca.

Wie der FC Schönau besteht auch der SC Todtnau aus zehn Mannschaften: Die Frauen-, zwei Männer- und sieben F- bis A-Juniorenmannschaften. Bei den 13- bis 18-Jährigen ist die Spielerzahl in den vergangenen Monaten deutlich geschrumpft. Aus diesem Grund beschlossen die Vorstände beider Vereine, ihre C-, B- und A-Jugend zur SG Schönau/Todtnau zu vereinen. Diese Spielgemeinschaft bildet keinen eigenen Verein, sondern ist lediglich ein Zusammenschluss, erläutert Jasmin Markanic: „Die Spieler verbleiben nach wie vor in ihren Heimatvereinen.“ Eine Fusion sei bei Fußballclubs nicht ungewöhnlich. Für Vereine werde es immer schwieriger, komplette Mannschaften zu stellen. „Zu den elf Spielern auf dem Platz werden mindestens noch acht Ersatzspieler gebraucht, das können wir jetzt einfach nicht mehr stemmen. Diese Zeiten sind einfach vorbei.“

Jugendliche haben immer mehr andere Interessen

Den Hauptgrund dafür sieht der Todtnauer Jugendleiter in einer nachlassenden Bereitschaft, sich für den Verein einzubringen. „In den letzten Jahren ist der Fußball für die Jugendspieler nicht mehr vordergründig. Es spielen immer mehr andere Interessen eine Rolle.“ Einen Mangel an Trainern gebe es in beiden Vereinen aber nicht, freut sich Markanic. „Wir sind intakte Vereine und haben das Glück, dass viele gute Leute bei uns ehrenamtlich tätig sind. Da können wir wirklich froh sein.“ Das Fazit auf beiden Seiten fällt eindeutig aus: Trotz aller Schwierigkeiten sei es um die Zukunft des FC Schönau und SV Todtnau gut bestellt.