Kaufinteresse gleich Null: Im Gezerre um die Uehlin-Häuser hat die Stadt jetzt offiziell den Nachweis, dass es keinen Investor gibt, der die maroden Gebäuden erhalten will. Damit wird die Position der Stadt gestärkt, die schon lange auf einen Abriss und Neubau pocht, damit aber bislang an der Denkmalschutzbehörde gescheitert war.

Am Dienstagabend lief die Frist ab, innerhalb derer Interessenten Angebote für die beiden 200-jährigen Häuser abgeben konnten – wobei Käufer nicht nur mindestens 200.000 Euro hätten hinblättern müssen. Auch hätten sie ein städtebauliches Nutzungskonzept vorlegen und gewillt sein müssen, speziell das denkmalgeschützte Eckgebäude nach Vorgaben des Denkmalschutzes zu sanieren. Was angesichts der Bausubstanz – die eh schlecht war und sich durch den Brand vor drei Jahren noch zusätzlich verschlechterte, – wohl eher wenig überrascht: Es ging keine einzige Offerte ein.

Zwar hätten sich drei Interessenten die Häuser angeschaut. Letztlich aber hätten wegen der Bausubstanz alle drei von einer Kaufabsicht Abstand genommen, wie Edgar Frey (Bauamt) auf Nachfrage am Mittwochvormittag mitteilt.

Je nach Perspektive – Abrissgegner oder Abrissbefürworter – ist das jetzt eine schlechte oder gute Nachricht. Jedenfalls hat die Stadt damit nun einen Nachweis in der Hand, dass es kein konkretes Investoreninteresse gibt. Zwar waren die beiden Häuser Anfang 2017 schon einmal zum Verkauf angeboten worden. Damals jedoch kam der Brand dazwischen, so dass das Verfahren nicht beendet wurdet. Fehlendes Interesse nachweisen zu können ist insofern von Bedeutung, als die Stadt (wir berichteten mehrfach) gegen die Abriss-Ablehnung durch das Landratsamt Widerspruch eingelegt hat. Über ihn entscheidet das Regierungspräsidium Freiburg. Allerdings teilte die Behörde der Stadt bei einem Gespräch im Juni mit, dass dazu zum einen noch am Wirtschaftlichkeitsgutachten und an der städtebaulichen Begründung nachgearbeitet werden müsse. Zum anderen verlangt die Behörde auch ausdrücklich den Beweis dafür, dass es tatsächlich keine sanierungswilligen Käufer gibt.

Wie Frey auf Nachfrage nach dem weiteren Vorgehen mitteilt, sei die Überarbeitung des Wirtschaftlichkeitsgutachtens und der städtebaulichen Abriss-Begründung so gut wie abgeschlossen. Demnächst gehen die Unterlagen – samt dem Beleg der erfolglosen Verkaufs-Ausschreibung – an das Regierungspräsidium und ans Landratsamt. Wie lange es danach dauert, bis über den Widerspruchsbescheid entschieden sein wird, sei schwer zu sagen, da sich die Behörden noch untereinander abstimmen müssten. Die Stadt rechne jedenfalls damit, dass der Bescheid „frühestens Ende des Jahres“ eintreffe.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €