Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist wirklich eine wunderbare schöne Pflanze, die mit ihrem tiefen Blau ein wahrer Augenschmaus ist. Die Blaufärbung wird durch Anthocyanidin und Cyanidin verursacht. Ältere Leser erinnern sich noch an Zeiten, als besonders am Rande von Getreidefeldern viele Kornblumen und Klatschmohn zu sehen waren. Heute sind die Blumen auf unseren Feldern Raritäten. Aber es gibt erfreuliche Alternativen. Immer mehr Gemeinden im Wiesental schaffen sogenannte Wildblumenareale mit Kornblumen und Klatschmohn.

Auch Klatschmohn ist heute seltener.
Auch Klatschmohn ist heute seltener. | Bild: Heinz Scholz

Ein schöner Blickfang ist das am Ortsende von Hausen vor dem Wander- und Radweg nach Zell befindliche Blumenfeld mit Kornblumen, Kamille, Margeriten und Klatschmohn. Fachleute von BUND und Nabu animieren Winzer und Landwirte, mehr Blütenpflanzen auf Ackerrandstreifen, Blühstreifen in Obstplantagen und zwischen Rebstöcken anzulegen. Klaus Böttger vom BUND-Ortsverein Schopfheim empfiehlt etwa zwei Meter breite Randstreifen an Feldern. „Die Landwirte sind für diese Empfehlungen durchaus aufgeschlossen, sie müssten jedoch Fördergelder bekommen.“

Wie im Familienbuch der Gemeinde Neuenweg nachzulesen ist, wurde am 14. Mai der Kornblumentag gefeiert (Zeitungsbericht, Schönau vom 5. Mai 1911): „Mehrere Millionen Kornblumen sind auf dem Wege nach Orten, in welchen Militärvereine sich befinden. Die Kaiserblume wurde von jungen Damen in freundlicher und liebenswürdiger Weise überreicht.“ Die Kornblume war nämlich die Lieblingsblume Kaiser Wilhelms I. und seiner Tochter Luise.

Aber ist die Kornblume auch eine Heilpflanze? Die Kornblume galt jedenfalls viele Jahrhunderte als Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden, Augenkrankheiten und Hautproblemen. Apotheker Frank Hiepe aus Zell weist allerdings darauf hin, dass die pharmakologische Bedeutung der Kornblume heute gering ist: „Sie findet sich in vielen Teemischungen – aber vorwiegend nur als Schmuckdroge.“ Die Blüte der Kornblume ist aufgrund des hohen Zuckergehaltes ihres Nektars eine geschätzte Nebentracht.