Im Oberen Wiesental gibt es immer wieder mal Felsstürze, wie etwa im Jahre 2019 in Geschwend, wo rund 70 Menschen evakuiert werden mussten. Nun kam es zu einem Hangrutsch beim Todtnauer Wasserfall. Drei Felsstücke sind auf den Wanderweg gestürzt, auf dem – zum Glück – gerade niemand unterwegs war. Sicherungsarbeiten wurden sofort in die Wege geleitet.

Ein Felsblock, der auf den Wanderweg gestürzt war.
Ein Felsblock, der auf den Wanderweg gestürzt war. | Bild: Klaus Merz

Im Bereich der großen Wasserfallbrücke in der Nähe der Aussichtsplattform sind am Mittwochabend Granitblöcke, die den Weg zu den Wasserfallliegen bilden, ins Rutschen geraten. Drei Felsstücke lösten sich und stürzten auf den Wanderweg. Klaus Merz, Leiter des Bauamts Todtnau, der vom Kioskpächter benachrichtigt wurde, machte sich gleich vor Ort ein Bild: Zu seiner Beruhigung handelte es sich um keinen Steinschlag von weiter oben, sondern lediglich um einen kleinen Hangrutsch. Die Steine, die sich gelöst hatten, waren nur wenige Meter gefallen und jeweils nicht größer als knapp einen Kubikmeter. „Aber klar, wir hatten Glück, dass da gerade niemand unterwegs war. Für Wanderer wäre das schon nicht ganz ungefährlich gewesen“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Bauamtsleiter erklärt sich den Hangrutsch durch den erst kürzlich zurückliegenden Dauerregen oder durch Verwitterung.

Sofort wurde eine kleine Teilabsperrung des Weges veranlasst und die Besucher des höchsten Naturwasserfalls Baden-Württembergs umgeleitet. „Wir haben für die Reparaturarbeiten schnell eine Firma gefunden“, so Merz. Freitagvormittag ging es mit den Sicherungsmaßnahmen vor Ort los, bis zum Abend soll das Gröbste fertig sein, damit einem Besuch des Wasserfalls am Wochenende nichts im Wege stehe. Kommende Woche sollen dann noch kleine Nacharbeiten folgen. Die Stadtverwaltung ist froh, so schnell alles behoben haben zu können. Zum einen gehe es um die Sicherheit der Besucher, zum anderen aber auch darum, Schlimmeres zu verhindern. Ist ein Teilstück erstmal ausgebrochen, kann schnell auch der Rest nachkommen. Daher sei es unumgänglich gewesen, nun nicht nur Sicherungs-, sondern auch Reparaturarbeiten in die Wege zu leiten.

Die Stadt Todtnau ist mittlerweile erprobt beim Thema Hangsicherung: Im März 2019 hatte es einen spektakulären Felsabgang in Geschwend gegeben. Ein tonnenschwerer Fels war von einem Hang am Rabenfelsen gerutscht und über drei Grundstücke gerollt. Verletzt wurde niemand, doch war die Gefahr hoch, dass sich noch weitere Felsbrocken vom hohen und steilen Hang lösen könnten. In Folge wurden rund 70 Menschen aus Geschwend evakuiert und für mehrere Wochen in Ferienwohnungen oder bei Verwandten untergebracht. Im Mai 2020 war ein tonnenschwerer Koloss auf die L 149 zwischen Präg und Bernau gerollt. Auch hier wurde glücklicherweise niemand verletzt. Allerdings blieb die Straße für mehrere Wochen gesperrt, da auch hier weitere Gefahren drohten. Zunächst mussten weitere lockere Felsblöcke gesichert werden.