„Wer trägt die Verantwortung für die katastrophale Kostenexplosion beim Campus-Projekt?“: Gerade weil die FDP Mittleres Wiesental nicht im Stadtrat vertreten sei und deshalb keiner der zahlreichen Kostensteigerungen zugestimmt habe, fühlt sich das Vorstandsteam um Martin Kimmig und Dieter Raps laut Pressemitteilung dazu legitimiert, diese Frage zu stellen.

Die FDP hat sich in einer Mitgliederversammlung mit dem Campus befasst. Dieter Raps rekonstruierte dabei die Entwicklung, die mit der Kostenschätzung von 29,1 Millionen Euro durch die Gewinner des Wettbewerbs A 1 Linz begonnen hatte. Unter Bürgermeister Christof Nitz hatte danach der Gemeinderat eine Kostendeckelung bei 23,8 Millionen und damit einer Reduktion zugestimmt. In der Sitzung am 23. August 2018 habe dann Nitz versichert, dass der Kostenrahmen eingehalten werde. Vier Monate später aber war der Preis auf 24,7 Millionen Euro gestiegen, am 11. September waren es 26,9 Millionen, am 23. Januar 2019 schon 28,73 Millionen, zwei weitere Monate später 30,7 Millionen, zu denen sich Ausgaben von 478.975 Euro für die Projektleitung und 538.520 Euro für Elektrosanierung gesellten sowie Kosten für den offenbar vergessenen Erdaushub.

Am 14. Oktober 2019 stimmte der Gemeinderat einem Kostenrahmen von 32,5 Millionen Euro zu. Inzwischen sind es 36 Millionen Euro. Die FDP weist darauf hin, dass „den Bürgern das Projekt für 24 Millionen Euro verkauft wurde. Jetzt steuert die Stadt auf die doppelte Höhe dieses Betrages zu. Das schürt zurecht die Angst der Bürger vor den drohenden finanziellen Konsequenzen.“ Aus dem Schulcampus sei ein Schuldencampus geworden, „den ganz sicher jemand zu verantworten hat. Aber wer?“ Die FDP fragt sich, wo die Kommunalaufsicht war, welche Verschuldung „wegen unverantwortlicher Versäumnisse oder wegen bewusster Täuschungen“ auf die Bürger noch zukomme und was getan wurde, um „solche Finanzierungsexzesse in Zukunft zu vermeiden?“.

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