Das Familienzentrum Schopfheim begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Auf eine Jubiläumsfeier wird im Interesse der Sicherheit von Kindern und Eltern verzichtet. Cornelia Hartmann (Geschäftsführerin), Jutta Cudok (Krippenleiterin) und Sabine Werner (PR-Mitarbeiterin) gewährten uns einen Blick in die Vergangenheit, sprachen über ihre gegenwärtige Arbeit und über Zukunftspläne.

Jutta Cudok, Cornelia Hartmann und Sabine Werner (von links).
Jutta Cudok, Cornelia Hartmann und Sabine Werner (von links). | Bild: Paul Eischet

Alles begann mit dem Besuch einiger Schopfheimer Frauen im Mütterzentrum Rheinfelden. Schnell war man sich einig: So etwas sollte es auch in der Markgrafenstadt geben. Gesagt, getan: Am 10. Oktober 1996 gründeten Karin Bischet-Schwendele, Marion Maindok, Renate Maindok, Petra Kohls, Henriette von Caprivi, Renée Moucheboeuf und Claudia Zulfai den Verein „Mütterzentrum Schopfheim“. Das evangelischen Gemeindehaus in der Wehrer Straße diente als Begegnungsstätte, in der sich Frauen und Mütter trafen, um Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Und der Zuspruch war groß. Nach zwei Jahren verlegte das Mütterzentrum seinen Standort in die Stettiner Straße 9, zwei weitere Jahre später in die Bahnhofsstraße 1. Hier wurde im März 2000 ein Minikindergarten in Form einer Spielgruppe mit 15 Kindern von 2 bis 3 Jahren gegründet. Kurz darauf wurde eine zweite Gruppe ins Leben gerufen.

Nach und nach stellte das Mütterzentrum eine immer vielfältigere Angebotspalette auf die Beine, darunter einen Frühstückstreff, eine Kaffeestube und internationale Kochkurse. Doch nicht nur die Mütter, auch die Väter sollten in die Angebote einbezogen werden, und so wurde im Januar 2005 der Vereinsname in „Familienzentrum“ geändert. Im Jahr 2008 traten von der Politik verabschiedete Richtlinien für die Kinderbetreuung in Kraft, denen zufolge nicht mehr als zehn Kinder in einer Gruppe betreut werden dürfen. Abermals mussten wegen Platzmangel neue Räumlichkeiten gefunden werden.

Doch in Schopfheim waren geeignete Mietobjekte rar, und Unterstützung bei der Suche gab es keine – noch immer wurde das ehemalige Mütterzentrum von einigen städtischen Entscheidungsträgern als eine Art „Kaffeekränzchen“ angesehen. Doch die Macherinnen ließen sich nicht beirren und blieben am Ball. Finanzielle Zuschüsse von Stadt, Land und Regierungspräsidium machten es schließlich möglich, 2009 die Villa Drahtzug zu kaufen. Nach Umbauarbeiten konnte das Haus noch im gleichen Jahr bezogen werden, und der Minikindergarten nahm mit einer Halbtages- und einer Ganztagesgruppe seine Betreuungstätigkeit wieder auf. Fortan entwickelte das Familienzentrum ein eigenständiges Profil mit eigenem Logo und einer umfangreichen Homepage.

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Heute ist das „Fami“ eine feste Größe in Schopfheim. Es versteht sich als kulturübergreifender Begegnungsort für Mütter und Väter mit Kleinkindern. Cornelia Hartmann beschreibt es so: „Wir sind Anlaufstelle für Familien von Anfang an, also ab der Geburt eines Babys.“ Es gehe darum, Beratung und Unterstützung bei allen Fragen und Problemen anzubieten, die sich in vielen Familien mit der Geburt eines Kindes ergeben. So könne zum Beispiel bei Gefühlen der Überforderung ein in offenen Treffs möglicher Erfahrungsaustausch mit anderen Familien Trost und Hilfe bieten, ergänzt Jutta Cudok.

Der Minikindergarten „Kunterbunt“ betreut derzeit 20 Kinder im Alter von bis zu drei Jahren. Seine Leiterin, fünf Erzieherinnen, ein Erzieher und zwei Praktikantinnen kümmern sich um die Kleinen. Das Angebotsspektrum des Familienzentrums ist umfangreich und vielgestaltig. Offene Baby-Treffs, diverse Sport-, Musik-, Ernährungs- und Sprachkurse sowie Online- und Präsenz-Vorträge lassen kaum Elternwünsche offen. Eine solche thematische Beratungsvielfalt basiert nicht zuletzt auf einer guten Vernetzung des Schopfheimer Familienzentrums mit anderen Familienzentren im Landkreis Lörrach, mit dem Mütterforum Baden-Württemberg, dem Kinderschutzbund und weiteren Institutionen. Viermal im Jahr, so Sabine Werner, trifft man sich zum Erfahrungsaustausch.

In Zukunft wird das Familienzentrum seine Angebote erweitern. Geplant sind Treffs für Schwangere, Zwillinge, Alleinerziehende und für Familien mit Kindern, die sich „anders“ entwickeln. Auch ein wöchentlicher Mittagstisch für jedermann ist angedacht.

Was das Familienzentrum Schopfheim heute bietet, kann sich sehen lassen. Cornelia Hartmann blickt mit Stolz auf das Geleistete: „Genau dafür haben wir in all den Jahren gekämpft.“ Der Verein hat rund 80 Mitglieder. Der jährliche Mitgliederbeitrag von 30 Euro erbringt nur geringen finanziellen Spielraum, weshalb das Familienzentrum auf Spenden angewiesen ist.

Die IBAN des Spendenkontos lautet: DE58 6835 1557 0003 1718 81, als Verwendungszweck bitte „Spende“ angeben.

Das Familienzentrum ist unter der Telefonnummer 07622/67 38 04 unter per E-Mail an info@familienzentrum-schopfheim.com erreichbar. Ausführliche Infos im Internet: http://www.familienzentrum-schopfheim.com