Schopfheim (nic) Ein weiterer Schritt zur Besserung des Ärztemangels in Schopfheim steht bevor: In seiner Sitzung am 26. Januar wird sich der Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik (BUT) mit der Umwandlung des früheren Rietschle-Büroturms in der Roggenbachstraße zu einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) mit zwei Arztpraxen und Wohnungen befassen. Wie bereits berichtet, plant die Hausarztpraxis Gürtler/Lambert den Umzug aus Hausen nach Schopfheim.

Formell ist es ein Antrag auf Nutzungsänderung, über den der BUT abzustimmen hat. Konkret wird damit der Weg für den Umzug der Praxis aus Hausen nach Schopfheim freigemacht. Das Gebäude ist zurzeit entkernt, es wird saniert und umgebaut. Dann sollen im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss Räume für insgesamt zwei Praxen entstehen; eine davon wird die neue Hausarztpraxis von Julian Lambert und Michael Gürtler. Im zweiten und dritten Stock entstehen Wohnungen. Auf der Ostseite des früheren Bürogebäudes werden über alle Geschosse Balkone angebaut, heißt es in der Ratsvorlage. Anders als bisher wird der Haupteingang nicht mehr an der Nordwestseite liegen, sondern durch den eingeschossigen Anbau an der Südostseite führen und damit barrierefrei werden. Um eine komplette Barrierefreiheit des etwa 30 Jahre alten Gebäudes zu erreichen, muss der Aufzugsschacht nach unten verlängert werden, der Aufzug wird durch einen neuen, behindertengerechten Lift ersetzt.

Das Hochhaus wird damit zu einem neuen Anlaufzentrum für Patienten und festigt damit den neuen Quartiers-Charakter am Schnittpunkt zwischen Roggenbachstraße und Schlattholzstraße. Durch das in den vergangenen Jahren entstandene Neubaugebiet Schlattholz und das erst in den vergangenen Monaten fertiggestellte Wohnquartier auf dem ehemaligen Rietschle-Areal hat sich das Gebiet zu einem kleinen Vorort-Zentrum Schopfheims entwickelt. Maßgeblich dazu beigetragen hat auch die Eröffnung des neuen S-Bahn-Haltepunkts Schlattholz in unmittelbarer Nähe sowie die Verlegung der Filiale der Volksbank Schopfheim-Maulburg aus der Blasistraße in einen Neubau auf dem neuen Quartier.

Das dreigeschossige Gebäude wurde in den frühen 90er Jahren errichtet und diente der Firma Rietschle – später Gardner-Denver – als Büro- und Verwaltungshochhaus. Beim Abriss der früheren Fertigungshallen vor wenigen Jahren blieb das Haus als einziges Gebäude stehen.