Das hohe Lied aufs unverzichtbare und vor allem in Krisenzeiten wertvolle und absolut selbstlose Engagement im Ehrenamt stimmte Bürgermeister Dirk Harscher an gleich zwei städtischen Ehrungsabenden in der Kirche in St. Agathe an. Der Anlass war aus Corona-Gründen zweigeteilt worden.

Das Trio Sabine Schmelzer, Petra Imbery und Wiltrud Straub-Goetz von der Initiative „Schopfheim hilft“ nahm den Silberdukaten der Stadt und die Urkunde mit Dankesworten des Bürgermeisters zwar bescheiden an, wies aber auch darauf hin, dass der Dank stellvertretend für eine große Gruppe von Gleichgesinnten entgegengenommen werde, „die das ebenso wie wir verdient haben.“ Mit den gleichen Argumenten nahm Chantal Jansen den Dukaten entgegen. Ihr attestierte der Bürgermeister große Verdienste um die „Alte Scheune“ und um Menschen mit Demenz, die in der vertrauten Umgebung des alten Gemäuers tatsächlich immer mal wieder einen Teil ihres Lebens neu entdecken. Vor ihr zog Dirk Harscher ebenso den Hut wie vor den zuerst genannten drei Frauen, die sich 2015/16 für die Flüchtlinge engagiert hatten und ohne deren Wirken die Flüchtlingswelle, die jetzt schon wieder drohe, „in Schopfheim ganz bestimmt nicht so ruhig abgelaufen wäre, wie sie dann tatsächlich auch dank des Zusammenwirkens mit dem AK Integration schließlich lief.“

Lothar Lutz, seit weit über 70 Jahren unverzichtbar in Diensten der TSG, in der er wohl die meisten Vorstandsämter oder Jobs von Übungsleitern ausübte und sich jahrzehntelang als Organisator von Events wie etwa dem Hemdglunkiball oder dem Schlagerwettstreit der TSG hervortat, wurden ebenfalls „große Verdienste im Ehrenamt“ bescheinigt. Und Karl-Frieder Oswald, ehemals Raitbachs Ortsvorsteher, Hallen-Handwerker und Mitbegründer des Wochenmarktes rund um die Raitbacher Halle, verhalf die Empfehlung des aktuellen Ortsvorstehers Wilhelm Tholen zum Silberdukaten und damit der verdienten Anerkennung seines Einsatzes für den Teilort, seine Mitbürger und das Schwimmbad in Schweigmatt.

Dirk Harscher erläuterte, dass beim Ehrungsabend der Stadt am Montag vor allem Bürgerinnen und Bürger geehrt würden, deren Auszeichnung bereits vor einem Jahr vorgesehen war – dieser war damals wegen Corona ausgefallen.

Die Geehrten des zweiten Abends mit Musikern der Musikschule Mittleres Wiesental
Die Geehrten des zweiten Abends mit Musikern der Musikschule Mittleres Wiesental | Bild: Hans-Jürgen Hege

Am Dienstag dann ehrte Harscher Akteure der Spielbühne für „große Verdienste um das kulturelle Angebot in der Stadt“ ebenfalls mit dem silbernen Dukaten. Zu der kleinen Schar Auserwählter dürfen sich Horst Rehm, Julius und Veronika Waßmer und Gertrud und Bernhard Hug zählen, denen Harscher „große Verdienste um die Ortsteile Langenau, Eichen und Enkenstein“ attestierte. Große Verdienste um seinen Verein hat sich laut Dirk Harscher nicht zuletzt Fritz Steuerer gemacht, ein ausgewiesener TSGler, der sich unter anderem seit Jahrzehnten erfolgreich um die Finanzen eines der größten Sportvereine der Stadt kümmert.

Beeindruckende Belege engagierten Einsatzes in Diensten der Mitmenschen können auch die vielen Blutspender abliefern. Allen voran Gerhard Wiedner, dem Harscher für über 100 Spenden im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes im Beisein des Lörracher DRK-Vertreters Simon Redling die Blutspender-Ehrennadel in Gold mit goldenem Eichenkranz und eingravierter Spendenzahl 100 ans Revers heftete. Für 75 Spenden wurde Andreas Unger, für 50 Spenden wurden Matthias Rehm, Marion Kindorf und Frank Itzin geehrt sowie viele weitere Personen für 25 und zehn Spenden.

Gar nicht zum Zug waren im vergangenen Jahr, in dem keine Wettkämpfe stattfinden durften, die erfolgreichen Sportler Schopfheims gekommen. Nun holte Dirk Harscher Versäumtes nach. Badminton-Spielerin Melissa Schmidt (zahlreiche erste Plätze bei südostdeutschen Ranglistenturnieren und Landesmeisterschaften) durfte sich (in Abwesenheit) über städtisches Silber und eine Urkunde ebenso freuen wie das Deutsche Petanque-Meisterpaar der Boulespielgemeinschaft „Le Cochonnet“ Matthias Laukart und Tess Hauptvogel oder die TSG-Schwimmer Dietmar Birgel (exzellente Platzierungen bei den Landesmeisterschaften in der AK 60), Fritz Lenz (1. Platz 50 m Rücken AK 80), Klaus Schnitzer (2. Platz 50 m Rücken AK 75) sowie das Team Fritz Lenz, Dieter Strass, Dietmar Birgel und Klaus Schnitzer, das in der Lagenstaffel bei den Landesmeisterschaften den ersten Rang belegte.

Die Jugend der Turnerschaft Langenau
Die Jugend der Turnerschaft Langenau | Bild: Hans-Jürgen Hege

Weiter ging‘s mit Sportlern, die im Schlepptau der Triathlon-Ikonen Maria und Hubert Klemm (Turnerschaft Langenau) schon für den gewohnten Aufmarsch in St. Agathe sorgten und an diesem Tag von Diana Heise angeführt wurden, die den Landesmeistertitel im Sprint-Triathlon W 45 in die Markgrafenstadt holte und damit wie viele andere ihrer Sportkameraden den Namen der Stadt weit über die Landesgrenzen hinaus getragen haben. Romina Spitzer (u.a. 1. Platz mit dem Team Baden-Württemberg bei der Deutschen Polizeimeisterschaft), Emmely Kaiser (3. in BW im Swim & Run), Johanna Otte (2. in BW in Swim & Run und 3. bei den Landesmeisterschaften in Schopfheim), Nicolas Baumann (vordere Plätze auf Landesebene in Swim & Run und Triathlon) sowie Paul Eck, Theo Burger, Robin Heise, Jan Werner Schröder, Philipp Baumann, Simon Selzer, Giulian Dannecker und Arne Bausewein (1. Platz bei der Landesmeisterschaft mit der Mannschaft im Swim & Run sowie 1. und 3. Platz bei den Triathlon-Landesmeisterschaften in Schopfheim. Am Ende kam das Team Georg Ermer, Phil Bürger und Michael Selzer für dritte Plätze in Swim & Run sowie bei den Landesmeisterschaften im Triathlon in Schopfheim.