An nur rund 80 Tagen war das Schopfheimer Freibad in dieser Saison bis heute geöffnet, coronabedingt. Nur an knapp 14 Tagen davon war es gut besucht, wetterbedingt. „Ich bin seit 30 Jahren in dem Beruf, so einen verregneten Sommer habe ich noch nie erlebt“, sagt Schwimmmeister Mathias Wüst.

Er rechnet vor: „Vor Corona hatten wir zwischen 80.000 und 90.000 Besucher pro Jahr, in diesem Jahr waren es bis jetzt knapp 20.000.“ Dabei hatte alles ganz gut angefangen, nachdem die Freibäder bei sinkenden Inzidenzen Anfang Juni wieder öffnen durften. Am Anfang galten noch – wie jetzt auch wieder – die drei Gs – geimpft, genesen oder getestet, und es durften sich insgesamt jeweils 800 Badegäste auf dem Freibadgelände aufhalten. Doch der Sommer, der einfach nicht in Fahrt kommen wollte, machte die Hoffnungen auf ein akzeptables Freibadjahr zunichte. Auch die zeitnahe negative Testung, die Nichtgeimpfte seit kurzem wieder vorweisen müssen, sei für so manchen Gast ein Einwand gegen den Freibadbesuch gewesen.

Wie er immer wieder gehört habe, sei so manchem das Prozedere zu aufwändig, obwohl sich eine Teststation direkt beim Freibad befindet. Nach wie vor zieht es die Frühschwimmer ins kühle Nass, wenn auch nicht so viele wie in früheren Jahren. Insgesamt 1998 Frühschwimmer hat Mathias Wüst in dieser Saison bis jetzt gezählt. Sie waren die Einzigen, die in diesem Jahr Saisonkarten kaufen konnten.

Häufig genutzt werde das Schopfheimer Freibad von Vereinen. Viermal pro Woche schwimmen hier die Triathleten der Turnerschaft Langenau, zweimal pro Woche die DLRG. Auch zahlreiche Schwimmkurse finden statt: dreimal pro Woche die Babyschwimmkurse der VHS, und auch die Schwimmschule Rülke aus Weil am Rhein hält derzeit im Innenbecken des Freibads Kurse ab. Auch Mathias Wüst und sein Kollege Armin Savoy geben Schwimmunterricht für Kinder.

Was die Corona-Regeln betrifft – Abstandhalten und Maskenpflicht in Bereichen, in denen man anderen Besuchern nahe kommt –, habe es während der Saison keine Probleme gegeben. „95 Prozent der Besucher haben die Regeln respektiert“, so Wüst. Zumindest habe es in diesem Jahr keine aufwändigen Reparaturen gegeben. Das Leck, das im Juli erhebliche Wasserverluste verursachte, habe lediglich eine nicht korrekt geschlossene Klappe bei der Filteranlage im Technikraum zur Ursache gehabt.

Aufwändiger sei da schon ein Defekt, der am vergangenen Samstag entdeckt wurde: ein Leck in der Wasserleitung zu den Außenduschen und zur Rutschbahn. Während der nächsten zwei Wochen werden Mathias Wüst und sein Team daher eine Notdusche in Betrieb halten, denn reparieren könne man den Defekt erst nach der Saison.

Tesfalded „Tessy“ Reda, Wirt der Café-Bar Tesnaz auf dem Schopfheimer Marktplatz, hatte in diesem Jahr erstmals die Pacht des Freibad-Kiosks übernommen. Auch für ihn ist es nicht die Saison gewesen, die er sich erhofft hatte. „Ein Jahr zum Vergessen“, sagt er. Hatte er doch rund 30.000 Euro investiert, unter anderem für eine neue Theke und die aufwändige Sanierung der Kiosk-Küche.

Dass er den Kiosk gepachtet hat, bereut er trotzdem nicht. „So etwas kann passieren, das ist Unternehmerrisiko. Ich hoffe jetzt auf das nächste Jahr“, sagt er.