Mit Weltmusik starten die Stadt Schopfheim und die Organisatoren von „Akustik in Agathen“ in den Freilicht-Kultursommer. Am 4. Juli wird die Basler Band „Zisa“ zwei Open-Air-Konzerte hintereinander geben. Schauplatz ist das Gelände bei der Kraftwerkhalle an der Wiese, das erstmals als Spielort für musikalische Auftritte genutzt wird.

Der neue Kulturbeauftragte der Stadt, Dominik Baiker, und das Organisatoren-Paar von „Akustik in Agathen“, Anja Lohse und Bernhard A. Wehrle, spannen für diesen „Kultur-Start an der Wiese“ zusammen. Die Stadt ist Veranstalter, Lohse und Wehrle organisieren das Doppel-Gastspiel der mit internationalen Musikern besetzten Basler Formation.

Die breite, teilweise überdachte Auffahrt-Rampe der Kraftwerkhalle wird zur Bühne für die Band. Die Zuhörer sitzen auf dem weiträumigen Parkplatz. Um genügend Abstand zu garantieren, kalkulieren Lohse und Wehrle, dass rund 100 bis maximal 120 Besucher Platz finden. Da vom Veranstalter nicht bestuhlt wird, sollen die Besucher ihre Sitzmöbel mitbringen: Klappstühle, Hocker, Gartenstühle, Sitzkissen können von zu Hause mitgebracht werden.

Kultur wird regionaler

Besondere Zeiten verlangen besondere neue Formate, hob Dominik Baiker hervor: „Kultur ändert sich in der Pandemie, wird dezentraler, regionaler.“ Statt großer Bands, die weite Anfahrten haben, setze man vermehrt auf kleinere Formate mit regionalen Künstlern. Um „Kultur mit Abstand“ zu ermöglichen, böten sich am ehesten Freiluft-Konzerte an, da im Freien die Infektionsrisiken am geringsten seien. Da die Theaterstücke in der Stadthalle und die Kleinkunst in St. Agathe wegen Corona ausfallen mussten, will die Stadt nun im Sommer Veranstaltungen im Freien machen. Leider gab es keine Fördermittel der Bundesstiftung für Kultur für ein kreisweit geplantes Kultursommer-Projekt an der Wiese entlang, was schon enttäuschend gewesen sei, so Baiker. „Doch nun haben wir das Heft in die eigene Hand genommen.“ In Anja Lohse und Bernhard A. Wehrle, die seit 18 Jahren die Reihe „Akustik in Agathen“ organisieren, fanden sich die idealen Kooperationspartner.

Lohse und Wehrle waren bei dem Spaziergang an der Wiese auf diese „Location“ an der Kraftwerkhalle gestoßen, fanden sie passend und fragten bei der Firma Vogelbach Real an, ob ein Konzert an diesem Ort möglich sei. So ist jetzt alles in die Wege geleitet, die ersten Plakate hängen bereits. Die Band „Zisa“ ist, wie Wehrle verrät, 2007 schon einmal in Schopfheim aufgetreten. Die Formation setzt sich aus sechs bis sieben Musikern zusammen, die aus Italien, Ecuador und der Schweiz stammen und alle in der Schweiz leben. Mit Schlagzeug, Bongos, Cajon und orientalischer Perkussion, Gitarren, E-Bass und Violine nehmen sie ihre Zuhörer mit in unterschiedliche Klangwelten vom Mittelmeer, dem Balkan, der Türkei, Süditalien und Marokko. „Sie sind sehr vielseitig, aber auch politisch und gesellschaftskritisch“, beschreibt Wehrle die Band, die eine Reise durch die Kulturen unternimmt.

Weiteres Open-Air-Konzert geplant

Die beiden Konzerte sollen so „relaxed“ wie möglich ablaufen, wünschen sich Lohse und Wehrle. Trotz Lockerungen und sinkender Inzidenzzahlen „muss man doch vorsichtig sein“. So werden um die 100 Zuhörer auf den Platz gelassen, damit sich alle großzügig verteilen. Wie Kulturbeauftragter Dominik Baiker verrät, plant die Stadt in diesem Sommer noch ein weiteres Open-Air-Konzert. Am 31. Juli sollen der Singer-Songwriter Ben Meech im Duo mit seiner Partnerin Kilya Vogel Buira und mit seiner Gruppe „Greenwood“ sowie die generationenübergreifende Formation „Die Rollenden Steinchen“ im Kern der Altstadt spielen: auf der Torstraße. Schopfheim habe eine wunderbar pittoreske Altstadt, die eine schöne Kulisse für kleinere Konzertformate sein könne, natürlich in Rücksichtnahme auf die Anwohner, so Baiker.

  • Weltmusik-Open-Air mit „Zisa“ auf dem Gelände an der Kraftwerkhalle in Schopfheim, Mattenleestraße, Sonntag, 4. Juli, 17 und 19.30 Uhr. Eigene Klappstühle mitbringen. Anmeldung: akustik-in-agathen@posteo.de