Der Bericht des Jahres 2020 von Bibliotheksleiterin Katja Benkler steht ganz im Zeichen der Coronapandemie. „Es ist deshalb offensichtlich, dass dieses Jahr Zahlen und Fakten anders interpretiert werden müssen“, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Stadt Schopfheim. Die Ausleihzahlen beliefen sich auf 111.918 Ausleihen, im Jahre 2019 waren es noch 162.239 gewesen. Dies entspricht Einbußen von fast 31 Prozent. Die Anzahl des Gesamtbestandes blieb nahezu unverändert, es wurden circa 4000 Medien neu angeschafft, aber auch fast die gleiche Anzahl aus dem Sortiment genommen. Damit wurde die fachlich geforderte Erneuerungsquote von zehn Prozent erreicht.

Anders als erwartet hat das Online-Ausleihangebot Onleihe keinen größeren Zuwachs zu verzeichnen. Die Ausleihe stieg aber von 13.055 im Jahr 2019 auf 15.090 Ausleihen 2020, was eine Steigerung von 16 Prozent bedeutet. Die Bibliothek schließt daraus: Es scheint Grenzen zu geben für die virtuelle Ausleihe von Medien, auch wenn diese selbstverständlich wichtig und richtig sei. Über die Jahre sei von vielen Kunden geäußert worden, dass sie lieber ein „echtes“ Buch in der Hand halten.

Zweimal musste die Bibliothek 2020 aufgrund des Corona-Lockdowns schließem. Dazwischen mussten die Öffnungszeiten reduziert werden, die Überwachung der Coronamaßnahmen war sehr personalintensiv. Die Beobachtung war, dass die Besucherfrequenz abnahm, dafür aber wesentlich mehr Ausleihen stattgefunden haben, was das Personal zusätzlich gefordert hat.

Das Team der Bibliothek fand es allerdings schade, dass zusätzliche Angebote nicht im ursprünglichen Umfang stattfinden konnten, jedoch stand immer die Sicherheit der Kunden an allererster Stelle, betont das Team, das seinen Stammkunden außerordentlich dankbar dafür ist, dass es der Einrichtung die Treue gehalten hat und hält. Präsenzveranstaltungen wie Autorenlesungen oder das Vorlesen mit dem sogenannten Kamishibai fielen aus, einem Kasten aus Holz, dessen Flügeltüren sich öffnen und ein kleines Theater entstehen lassen. Auf der „Bühne“ erscheinen Bilder und Geschichten. Freilich gab es Online-Lesungen mit dem Kamishibai.

Die Stadtbibliothek resümiert, dass das Jahr sowohl für die Kunden als auch das Personal eine Herausforderung war. Es sei klar, dass durch die langen Schließungen und deutlich eingeschränkte Öffnungszeiten nicht die Ausleihzahlen wie in den Jahren vorher erreicht werden könnten. Dennoch sieht sie Zeichen der erfolgreichen Arbeit. Während des ersten Lockdowns konnte ein Abholservice angeboten werden, der auch gern genutzt wurde, so die Bibliothek.

Auch während der Schließzeiten war das Team übrigens beschäftigt. „Der gesamte Bestand wurde auf RFID-Technologie konvertiert und im November wurden Selbstverbucher und intelligentes Rückgaberegal geliefert und installiert“, schreibt die Stadt. Seit Juli ist nun die RFID-Verbuchung an der Theke möglich, was ein deutlich schnelleres Ausleihen zur Folge habe. Die Maßnahme ist mit 16500 Euro vom Deutschen Bibliotheksverbund gefördert worden.

Wenn die Infektionslage es zulasse, werde die verbesserte Technik den Lesern zur Verfügung gestellt, schreibt die Stadt. Freigewordene Ressourcen könnten zur besseren Beratung genutzt werden. Außerdem könnten Wartezeiten minimiert werden, Leser können eigenverantwortlich ausleihen, was gleichzeitig auch für mehr Diskretion beim Ausleihvorgang sorgen werde. „Wir hoffen, dass im zweiten Quartal wieder etwas mehr Normalität in den Bibliotheksalltag kommen kann“, schließt die Stadt.