Bis Ende April soll die marode Obdachlosenunterkunft im Dammweg geräumt sein. Laut Auskunft der Stadtverwaltung sind noch immer nicht alle der Bewohner in alternativen Quartieren untergebracht worden, derzeit läuft noch die Suche nach Ausweichwohnungen. Wenn die nördlichere der beiden Behausungen für Obdachlose dann leer steht, beginnen die Untersuchungen, ob ein Abriss oder eine Sanierung folgt.

Über den Jahreswechsel hatte sich in der Unterkunft ein Problem verschärft, das einige der acht Bewohner schon länger beklagt hatten: Bilder von Pilzbefall, ausgehängten Fenstern, aufgequollenen Fußböden oder zerschlagenen Waschbecken zeigten deutlich, in welch besorgniserregendem Zustand eine der beiden eingeschossigen Behausungen am Dammweg ist. Ein Bewohner hatte damals sogar einen großen Schirmpilz präsentiert, den er in einer verrotteten Fußleiste unter einem Waschbecken entdeckt hatte. Doch waren es vor allem die Schimmelpilz-Sporen, die in den teils schwarz verfärbten Wänden gedeihen konnten, die für die Bewohner eine Gesundheitsgefahr darstellten.

Die Stadtverwaltung hatte Ende 2020 ein Fachbüro damit beauftragt, den Schimmelbefall im Gebäude zu untersuchen und für die Übergangszeit Sporenfilter aufgestellt, die allerdings nach Auskunft der Stadt von den Bewohnern nicht durchgängig in Betrieb gehalten wurden – wie ein Bewohner erklärte, hätten die Filtergeräte die Sporen nur in der Luft verteilt, sodass mehrere der Untergebrachten erkrankt seien. Die Untersuchungen des Fachbüros hatten indes Anfang Januar das Ergebnis gebracht, dass der schwarze Schimmel tatsächlich gesundheitsgefährdend ist. Die Stadt veranlasste daraufhin die Räumung der Behausung.

Seither wurden Unterkünfte für die acht Bewohner gesucht, bis Ende April sollen alle umquartiert sein. Dann, so teilt der städtische Pressesprecher Marcus Krispin mit, sollen die Untersuchungen zum Zustand des Gebäudes beginnen. Noch im Januar hatten Gebäudemanagerin Martina Milarch und Bürgermeister Dirk Harscher einen Abriss für nahezu unumgänglich gehalten.

Abriss ist noch keine beschlossene Sache

Nun teilt die Stadt mit, dass erst nach den Untersuchungen entschieden wird, ob die Baracke wirklich niedergerissen oder doch noch saniert wird. „Anhand der Ergebnisse wird dann entschieden, welche Arbeiten am Gebäude vorgenommen werden müssen, oder ob ein Abriss nötig ist“, schreibt Krispin. „Das Ergebnis und das weitere Vorgehen mit einem Zeitplan wird dann mit dem Gemeinderat abgestimmt.“

Das benachbarte andere Gebäude der Obdachlosenunterkunft, die in den 80er Jahren in leichter Holzbauweise entstand und seither nahezu unverändert ist, ist übrigens in einem weit besseren Zustand. Nach Auskunft der Stadt seien die Bewohner hier mit ihrer Behausung deutlich pfleglicher umgegangen. Auch hier soll, so hatte Bürgermeister Harscher im Januar erklärt, eine Sanierung diskutiert werden. Über mögliche Kosten einer Sanierung oder eines Teil-Neubaus der Unterkunft ist noch nichts bekannt.