Schneller und leiser, weiter und emissionsfrei rauschen die Gokarts nur so dahin. Der nach eigenen Angaben führende deutsche Komplettanbieter von Kartbahnen, das Unternehmen Rimo Germany in Hemer im Sauerland, setzt beim Antrieb seiner flotten Flitzer auf den Antrieb des Motoren-Spezialisten Heinzmann aus Schönau. Aktuell werden die neuesten Elektromotoren und Kontrolleinheiten in das Chassis der Mini-Boliden eingepasst.

Stephan Spielmann, Vertriebsexperte bei den elektrischen Antrieben der Firma Heinzmann, hat die kompakte Antriebseinheit aus dem Lager geholt und in einen Prototypen des Kart-Herstellers Rimo eingebaut. Die Antriebsachse des kleinen Flitzers ist aufgebockt und die Räder schnurren willig los, als Alex Zumkeller sachte aufs Gaspedal tritt. Mit dem feinen Unterschied, dass es im Fall des Elektrokarts kein Gaspedal gibt, weil Verbrenner langsam aus der Mode kommen. Auch beim Kart-Spaß.

„Wir bauen seit 2010 gemeinsam mit der Firma Heinzmann unsere Karts“, blickt Rimo-Mitarbeiter Nils Roters auf die Zusammenarbeit bei E-Karts zurück. „Damals haben wir zum ersten Mal eine Kartbahn mit elektronischem Antrieb für einen Kunden in München errichtet.“ Die Zusammenarbeit zwischen Sauerland und Schwarzwald entwickelt sich zur Erfolgsgeschichte. Aktuell rüstet Rimo mit Heinzmann ein weiteres Kreuzfahrtschiff mit einer Kartbahn aus. Die Motoren der Elektrokarts stammen wieder von Heinzmann.

Für den Kart-Produzenten liegen die Vorteile des alternativen Antriebs klar auf der Hand: „Das fängt schon beim Wartungsaufwand an. Verbrenner benötigen neue Zündkerzen und brauchen frisches Öl, neben dem Kraftstoff.“ Dagegen ist der Elektromotor wartungsfrei. Das Abgas der Verbrenner in der Halle sei ein zunehmend unerwünschter Begleiteffekt. Sicher, bestätigt Roters auf Nachfrage, gebe es noch immer das Klientel, das die Dämpfe aus dem Auspuff geradezu liebe. „Aber wenn die erst einmal mit dem E-Kart ein paar Runden gedreht haben, merkt man, wie sie von der neuen Technik angetan sind“, hat Roters beobachtet. Womit er zum Thema Spitzenleistung kommt.

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Zwei 26 Kilowatt starke Motoren beschleunigen das Gokart in weniger als drei Sekunden auf die in der Halle erwünschte Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde. Da sieht der Verbrenner alt aus. Das Leistungsprofil des E-Karts könne zudem auch einfach an die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Mit wenigen Handgriffen könne dank App und WLAN-Modul das Motorcontrolling angepasst werden, jeweils den Bedürfnissen von Anfängern und Rennfahrern entsprechend.

Der Konkurrenzdruck durch den Elektroantrieb bringe die Betreiber mancher klassischer Kartbahn ins Grübeln, stellt Roters fest. „Das merkt man deutlich am Aufschwung im Elektroantrieb“, bestätigt Heinzmann-Vertriebler Stephan Spielmann. Roters stellt auch fest, das die Akzeptanz des E-Karts bei Frauen wesentlich höher sei als beim Verbrenner. Die Batterieleistung reicht für rund eine Stunde, dann blinkt ein rotes Ladelämpchen und die flotte Kiste muss zum einstündigen Boxenstopp an die Steckdose. Zunehmend würden zum Laden auf den Hallendächern der Kartbahnen Photovoltaik-Panels montiert.

„Wir bauen in Hemer pro Jahr rund 1000 Karts selbst“, berichtet Nils Roters. In jedem zweiten davon stecke die Antriebseinheit aus Schönau, Tendenz steigend. Den Heinzmann-Mitarbeiter freut‘s. Einer der Pluspunkte der Spezialisten aus dem Oberen Wiesental ist schließlich, dass es keine Lieferengpässe gibt.