Todtnauberg wird 2023 zum vierten Mal Gastgeber der Landes-Winterspiele von Special Olympics Baden-Württemberg (SOBW) sein. Das Präsidium vergab die Winterspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung an die Bergwelt Todtnau. Vom 9. bis 11. März 2023 werden bis zu 300 Athletinnen und Athleten sowie rund 550 Gesamtteilnehmende in der Todtnauberger Schneelandschaft an den Start gehen.

Das SOBW-Präsidium ist sich einig darüber, dass sich das Konzept der Sport- und Veranstaltungsstätten in der Vergangenheit bewährt habe. Zudem habe beim Thema Schneesicherheit kaum ein anderer Ort im deutschen Südwesten so viel zu bieten wie die Bergwelt Todtnau, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. „Dass sich die Stadt Todtnau für 2023 erneut beworben hat, zeigt, dass unsere Athletinnen und Athleten dort willkommen sind, wir haben uns voller Überzeugung für Todtnau entschieden“, so SOBW-Präsident Mathias Tröndle. Die Veranstaltung wird über die örtliche Tourist-Information Bergwelt Todtnau sowie der Hochschwarzwald Tourismus GmbH unterstützt. Neben anderen örtlichen Vereinen wird auch der Skiclub Todtnauberg wieder dabei sein. Todtnaus Bürgermeister Andreas Wießner freut sich darüber, „dass wir die Landes-Winterspiele 2023 von Special Olympics Baden-Württemberg zum vierten Mal bei uns in der Region austragen können. Die Begeisterung der Athletinnen und Athleten ist für alle Beteiligten vor Ort ein riesiger Ansporn, die Veranstaltung mit ihrer besonderen Atmosphäre wieder zu unterstützen. Wir freuen uns schon jetzt auf das Wiedersehen im Winter 2023.“

Von der Begeisterung und besonderen Stimmung weiß auch Anke Schneider, Vorsitzende des Skiclubs Todtnauberg, zu berichten. „Super Stimmung, tolle Leute, top Organisation“, fasst sie im Gespräch die Special Olympics zusammen. Daher sei es keine Frage gewesen, dass der Skiclub Todtnauberg auch bei der vierten Austragung in der Bergwelt mit dabei sein wird. Schneider hebt besonders das Rahmenprogramm hervor. „Das Schönste ist immer die Eröffnungsfeier und die Athletendisco – da tanzt wirklich jeder.“

Der Skiclub ist über die drei Tage mit rund 50 Mitgliedern vor Ort im Einsatz. Wie Marc Klingele, EDV-Zeitnahme beim Skiclub Todtnauberg, erklärt, stellt der Verein das Material wie etwa Torlaufstangen und Absperrungen. Im Vorfeld werden die verschiedenen Läufe für die Disziplin Ski Alpin abgesteckt und die Strecken abgesichert. Zudem übernimmt der Todtnauberger Verein die Zeitnahme und die Auswertung. Beim Start – der örtliche Skiliftbetreiber baut übrigens die verschiedenen Starthügel – ist der Verein mit mehr Personal als bei anderen Skirennen vor Ort, „weil die Teilnehmer so nervös sind“, sagt Anke Schneider. Die Skiclub-Mitglieder versuchen dann Hilfestellung zu geben und die Teilnehmer am Start zu beruhigen. „Manche müssen wir sogar bremsen, weil sie sich so freuen und direkt losfahren wollen“, sagt Marc Klingele schmunzelnd. Auch für ihn seien die Special Olympics eine „unvergleichliche Veranstaltung“ mit einer enormen Freude und einer familiären Atmosphäre, die seinesgleichen sucht.

Ski alpin wird auch 2023 eine der Sportarten sein, in der sich die Athleten messen werden – wie hier bei den Special Olympics in ...
Ski alpin wird auch 2023 eine der Sportarten sein, in der sich die Athleten messen werden – wie hier bei den Special Olympics in Todtnauberg 2016. | Bild: Ulrike Jäger

Special Olympics Deutschland (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Jeder der Sportler erhält eine Medaille, bei diesen Wettbewerben steht nämlich nicht der Konkurrenzkampf im Vordergrund, sondern die olympische Idee des „Dabeisein ist alles“. Dies war auch der Grund, warum Eunice Kennedy-Shriver, eine Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, die Special Olympics 1968 in den Vereinigten Staaten ins Leben rief: Damit Menschen mit geistiger Behinderung wie ihre Schwester Rosemary an Sportaktivitäten und Veranstaltungen teilhaben können.

In Todtnauberg werden Wettbewerbe in den Sportarten Ski alpin und Snowboard, Langlauf und Schneeschuhlauf durchgeführt. Neu hinzugekommen ist noch die Sportart Tanzen, verrät Nina Miketta, Referentin Veranstaltungen bei den SOBW. Dies sei freilich keine klassische Wintersportart, die Tanz-Wettbewerbe würden in der Halle ausgetragen, aber da bei den Sommerspielen schon so viele Sportarten vertreten seien, wurde Tanzen im Wintersport verortet. Tanzen ist seit 2021 eine offizielle Wintersportart bei Special Olympics International und somit auch bei den SOD im Wettbewerbsprogramm des Wintersports mit aufgelistet.