Für Kleinstlebewesen im Einsatz waren am Samstag erfreulich viele Riedicher, die dem Aufruf ihres Ortsvorstehers Kai Berger gefolgt waren, um einen der Steilhänge unterhalb des Bürgerhauses insektengerecht zu stylen.

„Die Böschung gehört eigentlich dem Landkreis Lörrach. Unserer Meinung nach ist sie aber ortsprägend“, sagt Kai Berger und begründet das so: „Alle, die hier durchfahren, sehen diesen Hang.“ Der sei aber so steil, dass die ständige Pflege nur unter schwierigsten Bedingungen möglich sei. Also habe man sich im Ortschaftsrat nach Möglichkeiten umgesehen, wie das Problem einfach, aber dennoch wirkungsvoll gelöst werden könne. Dabei kam man auf die Idee: „Wenn wir den Hang mit blütenreichen Pflanzen bestücken, müssen wir ihn nicht so oft mähen und er sieht trotzdem anständig aus.“ Und quasi als Zuckerle gibt‘s noch obendrauf, dass man gleichzeitig etwas für den Insektenschutz tun kann.

Kurzum: Die Riedicher freundeten sich mit dem Projekt an und fanden mit Martin Rudolph, dem Projektmanager für den Insektenschutz im Schwarzwald aus Schönau, der sich dem Naturschutz- und Biosphärenprojekt „Brommi“ (www.brommi.org) unter der Fahne des „WWF“ verschrieben hat, einen stark interessierten Partner, den sie auch gleich mit ins Boot nahmen.

„Wir haben uns dann diese Fläche hier angesehen und festgestellt, dass Mähen und Mulchen kaum Sinn macht, wenn man eine schöne bunte Blumenwiese haben will“, sagte Martin Rudolph am Samstag vor Ort, während um ihn herum Kinder und Erwachsene teilweise angeseilt die rund 150 insektenfreundlichen Pflanzen ausbrachten, die Rudolph im Vorfeld der nachahmenswerten Aktion auf Kosten des WWF und mit der freundlichen Unterstützung der Bülow-Stiftung für rund 300 Euro beschafft hatte.

Einsäen erlaube die Topographie nicht. Deshalb wurde gepflanzt. Und nun? „Jetzt heißt es, Geduld aufbringen“, sagt Martin Rudolph. Die Weichen seien gestellt, damit es auf dem Hang wieder bunt wird. Damit es etwas schneller geht und Erfolge sichtbar werden, habe man die heimischen und in die Gegend passenden Pflanzen, darunter zum Beispiel auch einige Wildkräuter, untergemischt.

Insgesamt, da war sich Martin Rudolph mit Kai Berger einig, habe alles, was man sich zu diesem Projekt vorgenommen hatte, „perfekt geklappt.“ Alles sei super gelaufen, versicherte Rudolph, der aber noch wenig Erfahrung auf dem Gebiet bürgerschaftlichen Engagements hatte, weil seine Organisation immer nur „unterstützend aktiv“ beteiligt sei.