Aus Sicherheitsgründen wird derzeit der Turm auf der Hohen Möhr im Innenbereich fachgerecht gewartet und die undicht gewordenen Mauerfugen zwischen den großen Natursteinen im äußeren unteren Bereich gründlich neu verfüllt. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende dieser Woche abgeschlossen sein, so dass der Turm zum Wochenende wieder für die Besucher frei gegeben werden kann.

Die Mauerfugen im unteren Bereich des Turms werden ausgebessert.
Die Mauerfugen im unteren Bereich des Turms werden ausgebessert. | Bild: Edi Steinfelder

Wenn man nach dem Fußmarsch auf die Hohe Möhr oberhalb von Raitbach schließlich sein Wanderziel erreicht hat und vor dem 30 Meter hohen Möhrenturm zum Verschnaufen kommt, dann steht man ehrfurchtsvoll staunend vor diesem imposanten Bauwerk. Wie viele Menschen in den mehr als 120 Jahren seiner Geschichte schon die 140 Stufen im Turminneren erklommen und auf der Aussichtsplattform in 25 Metern Höhe einen herrlichen Rundumblick über die Landschaft des Wiesentals oder bei schönem Wetter bis zu den Alpen, den Jura oder die Vogesen genossen haben, kann man nur erahnen.

Fugen im Mauerwerk abdichten

Um die Sicherheit all dieser Besucher zu gewährleisten, wird die Bausubstanz dieses stattlichen Wahrzeichens im Inneren und Äußeren regelmäßig überprüft und nötigenfalls werden Sanierungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt. Die Ortsgruppe Schopfheim des Schwarzwaldvereins, in deren Besitz sich der Möhrenturm befindet, hat jetzt wieder eine umfangreiche Sicherheitsüberprüfung für den Möhrenturm in Auftrag gegeben.

Aktuell stehe der äußere untere Bereich des Turms im Fokus der Sanierungsarbeiten, erklärte denn auch der beauftragte Bausachverständige Diplomingenieur Wolfgang Leppert. Vor allem gelte es, die undicht gewordenen Mauerwerksfugen gründlich zu überarbeiten. Dies sei für die Dichtigkeit wie auch aus statischen Gründen unbedingt erforderlich, so Leppert.

Das Turmgebälk wurde einer Sicherheitsprüfung unterzogen.
Das Turmgebälk wurde einer Sicherheitsprüfung unterzogen. | Bild: Edi Steinfelder

Daher werde man die Dichtigkeit der Konstruktion aus großen Natursteinen und Mörtel durch Ausbesserungsarbeiten wieder so herstellen, dass die durch die ständigen Witterungswechsel stark beanspruchten Gefügeteile zu keiner Lockerung des Mauerwerks führen können. Damit erreiche man, dass Regen oder Feuchtigkeit nicht mehr in das Mauerwerksgefüge der einen Meter starken Umfassungswand eindringen und so eine Sprengwirkung auslösen könnten.

Dazu verwende man bei diesen Arbeiten als speziellen Baustoff einen Trass-Zement mit einer wasserdichten Komponente, der eine spannungsreduzierte Aushärtung garantiere, durch die Risse vermieden werden, erklärte Wolfgang Leppert.

Und Marita Sütterlin, die Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Schopfheim, machte deutlich, dass man schon im Frühjahr sämtliche Holzteile im Turminneren auf ihre Sicherheit überprüfen ließ und schadhafte Teile ausgebessert habe. Auch der Dielenboden der Aussichtsplattform sei erneuert worden und alle Balken und Holzwände habe man jetzt mit einem freundlichen Farbanstrich versehen.

Wegen der Wartungsarbeiten sei der Zugang zum Möhrenturm momentan erst nach den täglichen Wartungsarbeiten ab 17 Uhr möglich. Alle Arbeiten werden aber noch in dieser Woche abgeschlossen, so dass man schon am kommenden Wochenende den Turm wieder besteigen und von der Aussichtsplattform den wunderbaren Rundumblick genießen kann.