Der Förderverein Freibad Schönau steht vor dem Aus. In der Mitgliederversammlung am Freitag in Utzenfeld konnte kein neuer Vorstand gewählt werden. Nun soll der Verein in einer weiteren Versammlung aufgelöst werden – es sei denn, es findet sich doch noch ein neuer Vorsitzender.

In der Generalversammlung 2020 hatte der gesamte bisherige Vorstand angekündigt, sich bei der Versammlung 2021 nicht wieder zur Wahl zu stellen. Als Gründe wurden vor allem fehlende Zeit und Frust über zu geringe Wertschätzung der Stadt, sowie mangelndes Engagement der weiteren Vereinsmitglieder genannt.

Nun war das Interesse der Vereinsangehörigen an der Generalversammlung im Gasthaus Eiche etwas größer. Neben dem Vorstand waren 16 Mitglieder, unter ihnen auch Schönaus Bürgermeister Peter Schelshorn und Vertreter des Gemeinderats, anwesend. Zunächst blickte der Vorsitzende Armin Savoy auf eine coronabedingt „schwierige Saison“ 2020 zurück. So konnten viele der sonst üblichen Aktionen, wie die Herrichtungsarbeiten zur Schwimmbaderöffnung oder das Mondscheinschwimmen nicht stattfinden. Trotz der vergleichsweise wenigen Einsätze wurden dennoch Dinge wie die Erneuerung der Duschvorhänge in den Einzelumkleidekabinen oder die Baumpflege umgesetzt. Bei den Rasenmäharbeiten konnte 2020 gar ein neuer Rekord mit 15 Einsätzen und 85 Arbeitsstunden erreicht werden. In der Saison 2021 habe sich jedoch wieder gezeigt, dass „wir unsere Leute nicht mehr zusammenkriegen“, so Savoy. Dieses Jahr habe man leider durch berufliche Verpflichtungen nicht wie gewohnt den Bademeister und sein Team unterstützen und lediglich zweimal den Rasen mähen können.

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In der Anfangszeit des Vereins haben regelmäßig mehr als 40 Mitglieder an den vielen Arbeitseinsätzen teilgenommen, erinnerte sich der Vorsitzende. Im alten Schwimmbad hätten die Vereinsmitglieder „viel machen“ können und man sei ein sehr aktiver Verein gewesen. „Es war eine wunderschöne Zeit“, fasste Savoy zusammen. Mit der Eröffnung des neuen Schwimmbads seien viele Aufgaben weggefallen und ein Hauptziel des Vereins erreicht worden. Dennoch verzeichne der Verein nach wie vor nur wenige Abmeldungen. Mit den Mitgliedsbeiträgen von rund 3000 Euro jährlich könne man noch immer viel Positives für das Schwimmbad und die Besucher umsetzten. So sei das neue Kraken-Spielgerät sehr gut angenommen worden.

Savoy erklärte, dass man drei Aufrufe im Schönauer Anzeiger und durch E-Mails an die Mitglieder gestartet habe, um Personen mit Interesse an der Vorstandsarbeit zu finden. Leider habe man jedoch „null Reaktion“ darauf erhalten. Er betonte, dass Mitglieder des bisherigen Vorstands einen neuen bei Aktionen unterstützen würden. Da sich der bisherige Vorstand aus sieben Personen betand, stand eine Satzungsänderung auf der Tagesordnung. Im neuen Schwimmbad sei diese Personaldichte nicht mehr erforderlich und ein Vorstand mit drei Posten (Vorsitzender, zweiter Vorsitzender, Kassierer) sei ausreichend. Die Satzungsänderung wurde einstimmig vollzogen.

Anschließend stand die Wahl des neuen Vorstands an und Schelshorn stellte fest, dass das „Interesse am Verein selber“ noch bestehe, „sonst wären nicht so viele heute Abend da“. Der Bürgermeister habe sich im Vorfeld „umgehört“ und jemanden gefunden, der sich bereit erklärt habe, den Posten des Kassierers und eventuell auch den des zweiten Vorsitzenden zu übernehmen.

Schelshorn erläuterte, dass ein neuer Vereinsvorsitzender frei in der Gestaltung sei und man die Arbeit nicht wie bisher weiterführen müsse. Die Mitglieder könnten dann entscheiden, „ob man den Weg mitgehen will“. Bei der Wahl des 1. Vorsitzenden zeigte dennoch niemand Interesse am Posten, sodass kein neuer Vorstand gewählt werden konnte.

Schonfrist bis zum 6. November

Für eine Auflösung des Vereins war die Zahl der Anwesenden nicht ausreichend. Wie Savoy erklärte, müssen laut Satzung 50 Prozent aller Vereinsangehörigen abwesend sein, also 95 Mitglieder. Daher wurde eine weitere Mitgliederversammlung für den 6. November angesetzt. Dann reicht laut Satzung eine Dreiviertel- Mehrheit der Anwesenden zur Auflösung ausreicht. Bis dahin bleibt der bisherige Vorstand im Amt und der Verein habe noch eine „Schonfrist“, so Savoy.

Es bestehe dann nochmals die Möglichkeit, einen neuen Vorstand zu wählen. Vielleicht finde sich in den nächsten zwei Wochen ja doch noch jemand, der bereit ist, Verantwortung für den Verein zu tragen.