Vier Jahre lang war Neuenweg im Kleinen Wiesental eine Großbaustelle. Praktisch alles, was an Leitungen unter der Erde liegt, wurde in einem Kraftakt erneuert: Eine Gesamtinvestition von rund fünf Millionen Euro! Das feierte die Gemeinde jetzt mit den Anwohnern bei einem Tag der Offenen Tür am Weideschuppen.

Freilich, bei Sonnenschein wären bestimmt noch mehr Gäste am Sonntag ins Belchendorf gekommen, doch den Organisatoren, allen voran Bürgermeister Gerd Schönbett, war die Erleichterung anzumerken. „Das Ergebnis der Arbeiten rechtfertig den Aufwand“, kommentierte er. Ins selbe Horn stieß Bauleiter und Utzenfelds Altbürgermeister Harald Lais: „Wir haben der Gemeinde Neuenweg ganz schön was an Belastungen zugemutet“, räumte er ein und bezog sich auf die vierjährige Bauzeit. „Aber jetzt hat Neuenweg eine Top-Infrastruktur“. Denn neben den neuen Wasserleitungen sind in Neuenweg in den vier Jahren auch noch 8900 Meter Kabel für die Breitbandversorgung verlegt worden, zudem 650 Meter Kabel für neue Straßenlaternen, außerdem 6700 Meter Erdkabel für die Stromversorgung sowie schließlich noch 2100 Meter Leitungen für die Nahwärmeversorgung. „Das addiert sich insgesamt zu einer kaum vorstellbaren Gesamtlänge von 26.400 Metern, die in Neuenweg in die Erde kamen“, rechnete der Projektleiter vor.

Wer sich traute, durfte mit dem Hubsteiger des Energiedienstes 30 Meter hoch in den grauen Himmel über Neuenweg aufsteigen.
Wer sich traute, durfte mit dem Hubsteiger des Energiedienstes 30 Meter hoch in den grauen Himmel über Neuenweg aufsteigen. | Bild: Gerald Nill

Nach einer kurzen Eröffnung beim Weideschuppen bestand die Möglichkeit, an verschiedenen Orten, die durchgeführten Arbeiten unter fachkundiger Begleitung zu besichtigen. Auch die Hackschnitzelanlage für die Nahwärmeversorgung lief. Entspanntheit herrschte auch bei den Besuchern. Sie ließen sich mit der Projektbeauftragten Melanie Mühlhäuser zum Beispiel im neuen Elektro-Bürgerbus hinauf auf die Belchenhöfe fahren. Die Belchenhöfe wurden bei der höchsten Baustelle im Kleinen Wiesental ans öffentliche Wasserleitungsnetz angeschlossen. Hoch hinaus konnten die Gäste auch mit dem Hubsteiger von ED Netze. 30 Meter können ganz schön luftig sein, wenn man da oben in einem leicht schwankenden Korb steht. „Aber wenn man da oben auch noch schaffen muss, ist es nochmal etwas anderes“, merkte ED-Mitarbeiter Matthias Wilde an.

Technisch ging es auch beim Messwagen des Energiedienstes zu. Gute Gespräche führte nach eigenen Angaben Sonja Eiche vom Verein Erneuerbare Energien Kleines Wiesental an ihrem Stand.

Für die zuletzt in die Kritik geratene Pflanzaktion der Libanon-Zedern habe es viel Rückenwind gegeben, zumal auf den Klimawandel flexibel reagiert werden müsse. Als der Regen nachmittags heftiger wurde, holte sich mancher Gast nach eine Bratwurst und trat dann den Heimweg an.