„Wir haben hier in Schopfheim Infizierte. Und es kommen täglich neue dazu“: Für Bürgermeister Dirk Harscher steht fest: „Die Lage spitzt sich zu.“ Die Auswirkung davon spürt aktuell etwa die Friedrich-Ebert-Schule, bei der vier Klassen in Quarantäne sind sowie ein Kindergarten. Die Stadtverwaltung reagiert auf diese Entwicklung unter anderem mit einer Maskenpflicht für den Wochenmarkt, die ab Samstag gilt.

Wie ist die Entwicklung?

„Die bundesweit sprunghaft steigenden Zahlen machen auch vor Schopfheim nicht halt“, berichtete Bürgermeister Dirk Harscher am Donnerstagnachmittag in einem Pressegespräch. Es seien mehrere SARS-CoV-2-Infektionsfälle in Schopfheim bekannt – noch viel mehr Menschen in der Markgrafenstadt seien derzeit in Quarantäne. Anders als im Frühjahr allerdings will Harscher dieses Mal keine konkreten Fallzahlen nennen. „Zwar war klar, dass die Entwicklung irgendwann auch bei uns so kommt“, sagt Harscher. Allerdings sei der Trend beunruhigend genug, auch ohne jetzt genaue Zahlen zu nennen. Erste Auswirkungen haben die steigenden Infektionszahlen bereits. Wie Fachbereichsleiter Jürgen Sänger mitteilte, hatte es vergangene Woche eine Kita in privater Trägerschaft erwischt, wo zwei Gruppen zwecks Quarantäne vorübergehend geschlossen wurden. Seit Mitte dieser Woche sind nun auch vier Klassen der Friedrich-Ebert-Schule in Quarantäne – dazu vier Lehrkräfte. In den anderen Schulen sowie in den städtischen Kindergärten seien keine weiteren Fällen bekannt.

Was unternimmt die Stadt?

Zwar wird derzeit Wesentliches in der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg geregelt. Darüber hinaus ordnet die Stadt nun aber in einer Allgemeinverfügung explizit für den Wochenmarkt eine Maskenpflicht an. Streng genommen lässt sich diese zwar bereits aus der Landesverordnung ableiten – demnach gilt eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Bereichen wie Fußgängerzonen oder Marktplätzen, allerdings verbunden mit dem Passus „soweit die Gefahr besteht, dass der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann“. Das sorgt für Irritationen. Nicht zuletzt auch wegen der Berichterstattung der Badischen Zeitung vom Donnerstag, die die Stimmung auf dem Wochenmarkt wiedergab, hat die Stadtverwaltung den Eindruck, dass es beim Wochenmarkt „eine Verunsicherung gibt, was genau gilt“, so Sänger. Mit der städtischen Allgemeinverfügung, die ab Samstag gilt – für alle Marktbesucher ab dem sechsten Lebensjahr (sofern sie nicht ärztlich befreit sind) sowie für Marktbeschicker – wolle die Stadtverwaltung Klarheit schaffen. Harscher: „Das ist ein klares Signal, das wir hier setzen. Unser erklärtes Ziel ist es: Wir wollen kein Hotspot werden.“ Ergänzend werde die Stadt Schilder mit einem Maskensymbol in der Scheffelstraße und im Pflughof aufstellen. Sie sollen daran erinnern, „dass es gut wäre, die Masken auch hier zu tragen“, so Harscher.

Wie überall im Land wurde auch in Schopfheim am Mittwoch und Donnerstag verstärkt kontrolliert, ob die Quarantänepflicht eingehalten wird. Wie Jürgen Sänger berichtete, sei aktuell ein Fall bekannt, wo eine Person in der Stadt beim Einkaufen gesehen worden sei. Doch nicht nur während dieser Schwerpunktkontrollen kontrolliere die Stadt stichprobenartig, ob die Quarantäne eingehalten wird. Dies sei auch vorher schon so gewesen – „und wir werden das auch definitiv so weiterführen“, kündigte Harscher an.

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