Das Kreisimpfzentrum in Lörrach soll nun am 22. Januar öffnen. Weil es zu wenig Impfstoff gibt, konnte nicht wie ursprünglich geplant am 15. Januar mit den Impfungen gegen Covid-19 begonnen werden. Dieser Umstand sowie die Tatsache, dass noch keine Termine vereinbart werden können, führt bei einigen Senioren zu Verunsicherung. Unterstützung gibt es nun vom Seniorenbüro Schopfheim sowie den Seniorenbeauftragen im Kleinen Wiesental, die als Ansprechpartner vor Ort fungieren.

Im Dezember wurde bekanntgegeben, dass das Lörracher Kreisimpfzentrum in der Soccer-Halle des Freizeit-Centers Impulsiv in Lörrach (Beim Haagensteg 5) installiert wird. Impfberechtigt sind im ersten Schritt unter anderem alle Menschen ab 80 Jahren. Wer einen Termin haben möchte, muss sich allerdings selbst darum kümmern. Sobald die Buchung freigeschalten ist, können Termine über eine bundesweite Telefon-Hotline (116117) oder online unter www.impfterminservice.de vereinbart werden. „Nicht jeder hat die erforderliche Infrastruktur zuhause – Internetzugang, Mail-Adresse und Handy oder ist in der Benutzung geübt“, schreibt das Seniorenbüro Schopfheim in einer Pressemitteilung. Daher wurde hier kurzerhand ein Hilfsangebot eingerichtet: „Wir möchten als Servicestelle bei der Terminvergabe fungieren, um allen einen möglichst einfachen Zugang zu einem Impftermin zu ermöglichen“, so die Leiterin des Seniorenbüros, Dagmar Stettner.

Die gleiche Motivation haben die Seniorenbeauftragten des Kleinen Wiesentals, Melanie Mühlhäuser und Fabienne Gentner, die ebenfalls eine Anlaufstelle für Senioren aus der Gemeinde und den Kirchengemeinden Kleines Wiesental eingerichtet haben. Auch wenn die Terminvergabe noch nicht möglich ist, hätte bereits einigen Senioren geholfen werden können. „Nach einem Telefonat mit uns sind sie beruhigter und fühlen sich aufgehoben“, sagt Melanie Mühlhäuser auf Anfrage. Den meisten Senioren gehe es darum, einen Ansprechpartner zu haben und mit ihren Problemen nicht alleine gelassen zu werden. Den gleichen Eindruck hat Dagmar Stettner: In erster Linie gehe es darum, den Menschen zuzuhören und sie zu beruhigen, viele hätten etwa Angst, bei den Impfungen nicht zum Zuge zu kommen oder vergessen zu werden.

Sowohl in Schopfheim als auch im Kleinen Wiesental werden die Senioren, die geimpft werden möchten, auf einer Liste vermerkt. Gleichzeitig wird ihnen ein für die Impfung notwendiges Aufklärungsmerkblatt sowie die Anamnese-Einwilligung geschickt. Diese Formulare sowie weitere Informationen zur Impfung sind auf der Homepage des Kreisimpfzentrums (www.kiz-loerrach.de) abrufbar, allerdings ist eben nicht jeder Bürger – besonders ab einem bestimmten Alter – in der Internetnutzung geübt. „So können die Senioren die Formulare in Ruhe durchlesen und mit dem Hausarzt besprechen. Wir können also jetzt schon was tun, auch wenn es noch keine Termine gibt“, sagt Mühlhäuser. Laut Auskunft des Landratsamts wird eine Terminbuchung dann möglich sein, wenn der Kreis genau wisse, wann wie viel Impfstoff vorhanden sein wird; voraussichtlich ab dem 19. Januar.

Landrätin Marion Dammann hat sich in dieser Woche mit einem offenen Brief an die Senioren im Kreis gewandt, in dem einige Fragen rund um die Impfung beantwortet werden sollen. Die Landrätin sagte, dass das Verfahren die Behörde teilweise vor schwierige Herausforderungen stelle. Daher dankte sie den Unterstützungsangeboten etwa durch die Seniorenbeauftragten, die sich bereits in einigen Städten und Gemeinden gebildet haben. Am Montag hatte es eine gemeinsame Videokonferenz mit der Landrätin und den Seniorenbeauftragten des Landkreises zur Corona-Schutzimpfung gegeben, in der weitere Informationen ausgetauscht wurden. Dammann betonte, dass die Ansprechpartner vor Ort eine wichtige Unterstützung der Senioren bei der Terminbuchung seien, allerdings keine inhaltlichen medizinischen Fragen beantworten könnten, hierfür sei der Hausarzt oder die Corona-Hotline (Tel. 11 61 17) zuständig. „Wir machen nur das Organisatorische“, ergänzt Melanie Mühlhäuser.