Zum vierten Mal fand das Stadtradeln mit Schopfheimer Beteiligung statt. Vom 3. bis zum 23. Juli wurden Bürger im Rahmen der vom Klima-Bündnis bundesweit organisierten Aktion dazu ermutigt, häufiger in die Pedale statt aufs Gaspedal zu treten. Gewonnen haben viele, einer hat verloren: Bürgermeister Dirk Harscher wettete, dass die Schopfheimer nur 45.000 Kilometer radeln würden – und muss jetzt zehn neue Fahrradstellplätze in der Innenstadt schaffen.

Mit mehr als 62.000 zurückgelegten Kilometern steigerten sich die Schopfheimer Bürger ein weiteres Jahr und sparten dadurch, im Vergleich zum Autofahren, um die neun Tonnen CO2. „Ich bin ganz überwältigt“, sagte Stadtmitarbeiterin Delia Kuhnert bei der Prämierung zum Stadtradeln. Nachdem sich die zurückgelegten Strecken von 2019 auf 2020 bereits von rund 28.000 auf 43.000 Kilometer gesteigert hatten, habe sie nicht geglaubt, dass eine weitere Steigerung möglich sei. Falsch gedacht: Die 274 Teilnehmer übertrafen sich ein weiteres Mal und stellten 2021 einen weiteren Schopfheimer Stadtradel-Rekord auf.

Auch Bürgermeister Dirk Harscher zeigte sich begeistert. Obwohl er seine Wette, die Schopfheimer würden nicht mehr als 45.000 Kilometer radeln, verloren hat, war er nicht allzu traurig. „Ich habe die Wette gerne verloren“, sagte er, und betonte, wie erfreut er über die hohe Teilnehmerzahl ist. Dabei hob er auch die Wichtigkeit des Radfahrens hervor. Neben der Tatsache, dass Radeln im Vergleich zum Autofahren deutlich weniger klimaschädlich sei, weil dabei kein CO2 ausgestoßen wird, habe es noch weitere Vorteile: „Eine der häufigsten Beschwerden, die wir erhalten, dreht sich um den Lärm“, erklärte Harscher. Radfahrer aber seien Leisetreter.

Unter 40 der insgesamt 274 Teilnehmer, werden unabhängig von ihrer gefahrenen Strecke Fokus-Schopfheim-Gutscheine im Wert von jeweils zehn Euro verlost. Belohnt wird das aktive Teilnehmen am Stadtradeln unter Schopfheimer Flagge aber auch noch in drei weiteren Kategorien: Ausgezeichnet werden je drei Gewinner(-Teams) für die meisten Gesamtkilometer. Außerdem das Team, das durchschnittlich die größte Strecke pro Kopf schaffte und die drei Teilnehmer, die die weiteste Strecke zurücklegten.

In der ersten Kategorie gewann der Ski-Club Fahrnau: Die 26 Teammitglieder radelten zusammen ganze 9472,9 Kilometer. Auf den zweiten Platz radelte die IG Velo zusammen mit dem Schwarzwaldverein (8725,5 km), dicht gefolgt vom Diakonischen Werk mit 8607,8 km.Die meisten Kilometer pro Person erreichten „GrisuPlus“ mit 595,5 km, auf den zweiten Platz schafften es ein weiteres Mal die IG Velo und der Schwarzwaldverein mit 581,7 km pro Kopf. Dritter wurden die „Roche-Radler“ (364,5 km).

In der letzten Kategorie wurden drei Fahrradfahrer mit beachtlichen Einzelleistungen geehrt. Auf den ersten Platz schaffte es hier Michael Schell mit 1295,7 km. Der Zeitpunkt des Stadtradelns lag für ihn passend, erzählt er, denn er habe gerade einen Radurlaub gemacht. Zuerst sei es nach Nürnberg gegangen, dann über die Alpen nach Italien und von dort wieder zurück. „Alles mit Wadenkraft“, sagte er. Auf den zweiten Platz schaffte es Levin Berning mit 1078,1 Kilometern. Seine Touren haben ihn bis nach Frankreich geführt. Dritter wurde Gerhard Trefzer, der beim Stadtradeln 896,7 km mit dem Rad zurücklegte. Beeindruckend sind auch die Altersklassen: Neun Radfahrer waren vom Jahrgang 1950 oder älter und auch die ganz Jungen beteiligten sich. Sechs Radler waren sechs Jahre alt oder jünger. Sie bekamen eine Urkunde mit Medaille und ein kleines Geschenk.

Die Messlatte höher setzen

Bei der nächsten Stadtradel-Aktion mit Schopfheimer Beteiligung werde er die Messlatte noch höher setzen, kündigte Harscher an. Die Standorte der zehn neuen Fahrradstellplätze werden noch abgeklärt. Klar ist aber, dass sie in die Innenstadt kommen und dafür zum Teil Autoparkplätze weichen müssen.

Neben Schopfheim nahmen zahlreiche weitere Kommunen am Stadtradeln teil. Die Teilnehmerzahl beläuft sich auf knapp 554.000 Radler, die bisher gemeinsam 112 Millionen Kilometer fuhren. Mit 62.000 km belegt Schopfheim den 577. Platz und liegt damit unter 1477 Teilnehmern im oberen Drittel. Bundesweit läuft die vom Klima-Bündnis organisierte Aktion noch bis Ende September.