Das Biosphärengebiet Schwarzwald möchte seine Werte und seine Besonderheiten noch näher an Einheimische und Touristen herantragen. Hierfür startet das Biosphärengebiet in Kooperation mit dem IKS Institut für Bildung und Management mit Sitz in Zell ein Weiterbildungsprogramm zum Biosphären-Guide. Am Ende der 92 Unterrichtseinheiten umfassenden Ausbildung sollen 20 Guides stehen, die mit den unterschiedlichsten Touren und Spezifikationen regionales Wissen weitertragen und Naturzusammenhänge erlebbar machen sollen. Ein erster Infoabend findet am Montag, 7. Dezember, statt – coronabedingt online.

Seit 2017 ist das Biosphärengebiet Schwarzwald als Unesco-Biosphärenreservat anerkannt – als eines von 16 deutschlandweit – und dient dem Schutz der einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft des südlichen Schwarzwalds. Um die Belange der Pflanzen und Tiere sowie die der Menschen, die im Gebiet leben, in Einklang zu bringen, bedarf es einer breit aufgestellte Bildungsarbeit, sagte Walter Kemkes, Geschäftsführer des Biosphärengebiets, beim Pressegespräch am Donnerstag. Und diese Arbeit soll nun durch Guides ausgeweitet werden. Sie sollen Touristen sowie Einheimische durch Landschaft und Region führen und Geschichte, Naturzusammenhänge sowie regionales Wissen erlebbar machen. Seit zwei Jahren verfolgt das Biosphärengebiet diese Idee und ist nun mit der IKS als Kooperationspartner fündig geworden. Das Institut ist seit mehr als 20 Jahren im Kreis eine feste Größe im Bereich Fort- und Weiterbildung.

„Jeder ist willkommen“, sagte IKS-Leiterin Christine Zeller. Wichtig sei, dass die Interessierten motiviert und begeistert sind, und diese Begeisterung gerne weitergeben möchten. Freilich sollten sie dem Schutz der Artenvielfalt und der nachhaltigen Entwicklung verbunden sein. Für das Programm kann sich jeder bewerben – egal welchen Alters. Für die qualifizierte Weiterbildung wurde ein Konzept entwickelt, das die unterschiedlichsten Module beinhaltet, wie etwa Ökologie, Naturschutz, Natur- und Erlebnispädagogik sowie Landnutzung. Walter Kemkes betonte, dass es dabei nicht um reine Wissensvermittlung gehe, vielmehr solle sich jeder selbst mit seinen Fähigkeiten einbringen können. Teile der Ausbildung werden auch draußen im Rahmen von Exkursionen stattfinden. Die Referenten sind Experten aus unterschiedlichsten Bereichen, etwa Landwirte, Forstwirte oder Pädagogen, viele arbeiten in der Biosphären-Geschäftsstelle.

Im Laufe der Ausbildung legen die Guides ihre Schwerpunkte und Zielgruppe fest, also zu welchem Thema sie wo für welche Zielgruppe Touren anbieten wollen. An Möglichkeiten mangelt es im 63.000 Hektar umfassenden Biosphärengebiet nicht. : Am Ende der Ausbildung hat jeder Guide eine eigene Tour entwickelt, die dann auch vorgestellt und durchgeführt wird. „Das ist keine Prüfung“, sagte Zeller, vielmehr gehe es darum, dass die Guides auch untereinander über die Touren der anderen Bescheid wissen und sich vernetzen sollen. „Sie müssen nicht alles können, aber alles kennen“, so Zeller, die Guides sollen also bei spezifischen Anfragen auch auf Kollegen verweisen können.

Indes werden die Guides mit dem Erhalt des Zertifikats zu Partnern des Biosphärengebiets, ihre Touren werden über das Biosphärengebiet vermarktet, sie können diese aber auch selbst bewerben.