Reumütig gestand ein 24-jähriger Mann aus einer Gemeinde des Oberen Wiesentals, zusammen mit einem Bekannten am 30. Juli die im Einkaufswagen eines Schopfheimer Supermarkts vergessene Banktasche eines Kunden, in der sich 440 Euro befanden, an sich genommen und das Geld mit seinem Begleiter geteilt zu haben. Wegen Diebstahls musste sich der junge Mann vor dem Amtsgericht Schopfheim verantworten. Der Angeklagte schilderte in der Verhandlung zwar ausführlich den Tathergang, wollte aber die Identität seines Begleiters nicht nennen. Auf einer Kameraaufzeichnung des Supermarktes waren zum Tatzeitpunkt zwei Männer zu sehen.

Den Angeklagten konnte man im Gegensatz zu seinem Begleiter, der mit der roten Banktasche in der Hand zu sehen war, deutlich erkennen. Und weil der Angeklagte kurz vorher an der Supermarktkasse mit seiner Bankkarte bezahlt hatte, konnte die Polizei ihn ermitteln. Der junge Mann schilderte den Tathergang in allen Einzelheiten, ohne etwas zu beschönigen. Er habe erst überlegt, die Banktasche an der Supermarktkasse abzugeben, sich dann aber doch anders entschieden. Anschließend habe er die 440 Euro mit seinem Begleiter geteilt. Dies erachte er als riesengroße Dummheit, die er allerdings leider nicht mehr rückgängig machen könne. Bei der späteren polizeilichen Vernehmung habe er die gesamte Summe in Höhe von 440 Euro und zusätzlich noch 60 Euro als Wiedergutmachung für den geschädigten Supermarktkunden an die Polizeibeamten ausgehändigt.

Auf die Frage des Richters, ob sich wenigstens der vom Angeklagten nicht genannte Begleiter zur Hälfte an der Schadensregulierung beteiligt habe, wollte der junge Mann aber keine Auskunft geben. Allerdings entschuldigte er sich noch während der Verhandlung bei dem als Zeugen geladenen geschädigten Kunden, der auch den Erhalt der entwendeten 440 Euro und der zusätzlichen 60 Euro vom Angeklagten bestätigte.

Nach der Beweisaufnahme sah die Staatsanwältin den Vorwurf des Diebstahls gegen den Angeklagten bestätigt. Weil sich dieser aber geständig zeigte und auch keine Vorstrafen eingetragen sind, plädierte sie für eine Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen à 65 Euro, also 1300 Euro. Amtsrichter Stefan Götz wandelte jedoch im Einvernehmen mit der Staatsanwältin den Vorwurf in eine Anklage wegen Unterschlagung um und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe in Höhe von 25 Tagessätzen à 65 Euro, also 1625 Euro.

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