Fragen und Antworten pro und contra Windkraft konnten Bürger am Montag im Gasthaus Sennhütte in Schwand gemeinsam mit Alexander Sladek erörtern. Sladek ist Geschäftsführer der EWS, die den geplanten Anlagenpark am Zeller Blauen betreiben will. Dieter Vollmer, CDU-Ortsvorsitzender, hatte die Runde organisiert und auch Mediator Ruthard Hirschner hinzugezogen. Die BI Schwarzwald Gegenwind hatte keine Vertreter aufs Podium geschickt. Trotzdem gab es viele kritische Nachfragen aus dem Publikum.

Alexander Sladek begann den Abend mit einem Vortrag über die Zusammenhänge zwischen Treibhausgas-Emissionen und dem Klimawandel. „Unser erklärtes Ziel ist der Dialog und der Austausch zwischen Betreiber und Bürgern, die vertrauensbildenden Maßnahmen der jüngsten Vergangenheit haben leider nicht gefruchtet, selbst persönliche Angriffe via Soziale Medien auf Bürgermeister Gerd Schönbett haben stattgefunden. Es müssen weiterhin Argumente ausgetauscht werden um die nötige Transparenz zu schaffen“, so Sladek einführend. Und so kamen auch nach einem ersten Überblick über die Thematik schnell die ersten kritischen Fragen aus dem Publikum.

Warum die EWS derzeit nur den gesetzlichen Mindestabstand von 700 Metern zu besiedeltem Gebiet einhalte und nicht auf weitere Abstände setzte, wollte zum Beispiel ein Bürger wissen. „Wir halten die gesetzliche Schallgrenze von maximal 45 Dezibel (dBA) ein.

Der Abstand von 700 Metern ist hierzu völlig ausreichend, der Maximalwert wird nur selten und bei entsprechender Wetterlage erreicht“, so Alexander Sladek. Ein anderer Bürger bezeichnete EWS als „Naturzerstörungsfirma“ und warf ihr vor, sich lediglich bereichern zu wollen. „Für den Bau einer Windkraftanlage erhalten wir keine Subventionen, lediglich wenn sich das Rad dreht und Strom erzeugt, wird dieser subventioniert. Wir sind überzeugt, mit unserer Arbeit die Energiewende voranzutreiben, unsere Rendite beläuft sich lediglich auf drei bis vier Prozent“, war Sladeks Antwort auf diesen Vorwurf.

„Wie stehen sie zum Thema Brandschutz und Infraschall?“, wollte ein Bürger vom EWS-Geschäftsführer wissen. Sladek verwies darauf, dass die Gondeln der Windräder ein eingebautes Löschsystem hätten. Reiche dieses nicht aus um einen eventuellen Brand zu löschen, müsste die Feuerwehr die Anlage abbrennen lassen und sich auf die Sicherung der Umgebung konzentrieren. Bezüglich Infraschall besitze er keinerlei relevante negative Informationen und kenne auch keine Präzedenzfälle, die gesundheitliche Beeinträchtigungen belegen würden, betonte Sladek.

Weitere Fragen, die bereits in den vergangenen Debatten zur Sprache kamen, wurden bei dieser Gelegenheit erneut diskutiert, wobei Sladek die Zweifel in den Reihen der Windkraftgegner nicht aus dem Weg räumen konnte. Eine andere Auswirkung der Windkraftdiskussion, die Schaden in der Gemeinde anrichtet, ist die soziale Komponente. „Die Diskussionsabwärme, die wir heute erzeugt haben, würde locker reichen, um die Sennhütte zu heizen“, sagte Bürgermeister Schönbett nach der Veranstaltung im Gespräch: „Wir müssen drauf achten, den sozialen Frieden zu erhalten. Es kann nicht sein, das sich Menschen zerstreiten, die sich seit vielen Jahren kennen und schätzen.“