Den Partner im Arm zum Akkordeon übers Parkett schweben? Den Körper grooven lassen, im Ohr den Rhythmus der Kongas? Oder lieber zu Elektrosound? Ob Tango Argentino, African Dance oder Hip Hop, orientalischer Tanz, Folklore oder Faszientanz: Wer sich gerne zur Musik bewegt, findet in der Schopfheimer VHS viele unterschiedlicher Angebote. Beim Dance-Experience-Tanztag in der Kulturfabrik gaben Schnupperkurse die Chance, probeweise auf ganz unterschiedliche Art zu tanzen.

Ausdrucksstarke Bewegung beim zeitgenössischer Tanz

„Your – love – is – so – fake“: Wort für Wort peitscht Tanztrainerin Jasmin Nikoo den Songtext durch den Raum, jede Silbe mit einer energisch-ausdrucksstarken Bewegung untermalt. Hinter ihr ein Dutzend fast ausschließlich weiblicher Teenies, die versuchen, dieselben Bewegungen mit demselben Ausdruck in den Raum zu bringen. Den Blick haben sie dabei kritisch auf die eigene Performance gerichtet, die der meterlange Wandspiegel in den Raum zurückwirft. Nicht überall klappt das auf Anhieb – muss es aber auch nicht: „Das ist zeitgenössischer Tanz: Es muss nicht perfekt sein“, beruhigt Jasmin Nikoo. Sie bringt ihre Tanzschülerinnen mit energischem Vortanzen und energischem Nachsetzen aber dann doch dazu, dass sie im Laufe der Schnupperstunde eine kleine Choreographie in die Tanzhalle zu bringen.

Leidenschaft beim Tango

Im Raum direkt gegenüber bewegen sich Paare in enger Umarmung übers Parkett – aufrecht, elegant und ernst: Es ist der Verein Tango Schopfheim, der hier eine kleine „Milonga“ veranstaltet – und es sind durchweg etwas geübtere Tänzer, die sich hier bewegen. „Tango Argentino ist ein Improvisationstanz, bei dem die Figuren frei aneinandergefügt werden“, erklärt eine der Tänzerinnen. Wichtig sei daher, dass das Paar eine gute Verbindung hat und gut aufeinander eingeht. Wie sich so ein Paar findet? Die Frau redet beim Auffordern jedenfalls ein entscheidendes Wörtchen mit – ganz ohne Worte freilich, allein mit den Augen: „Das geht ganz diskret“, schmunzelt die Tänzerin.

Beim Tango zeigten erfahrene Tänzer Improvisationen. Bilder: Anja Bertsch
Beim Tango zeigten erfahrene Tänzer Improvisationen. Bilder: Anja Bertsch | Bild: Anja Bertsch

Beim Faszientanz darf es schwabbeln

Wesentlich deftiger und erdiger geht es wieder einen Raum weiter beim Faszientanz zur Sache: „Es darf schwabbeln“, verkündet Gisela Pieger, während sie selbst freimütig und nach Kräften Hüften, Arme und Beine, Vorder- und Rückseite schüttelt und kreiselt. Den Soundtrack dazu geben mal Latino- und mal Orientalklänge. Den medizinischen Hintergrund zum spaßigen Geschüttle wiederum gibt’s von der Vortänzerin: Die Faszien durchziehen unseren kompletten Körper als umhüllendes und verbindendes Netz. Was da faszienmäßig im Idealzustand für Elastizität und Lockerheit sorgt, verklebt und versteinert gerne mal. Um da alles wieder aufzulockern hilft es, den ganzen Körper in Bewegung zu bringen. „Und beim Tanzen hat man dabei sogar Spaß“, sagt Gisela Pieger.

Ballett für Kinder

Von „locker“ und „einfach drauf los“ wiederum ist beim Kinderballett im Oberstübchen der Kulturfabrik keine Rede: Bei den Ballettpositionen geht es um Spannung und um die Details von Fuß-, Finger und Kopfstellung. Und das bringt Scarlett Mattka den Mini-Ballerinas hier schon in der Schnupperstunde nahe. In anschaulichen und lustigen Bildern freilich: „Die Arme wie die Henkel bei ’ner Kaffeetasse“ und „ein Faden vom Po bis in den Himmel“.

Beim African Dance waren Profis am Werk.
Beim African Dance waren Profis am Werk. | Bild: Anja Bertsch

African Dance und Hip-Hop mit echten Könnern

Wohin es führen kann, wenn man seiner Tanzlust einfach nachgibt und dazu sogar noch ein wenig Trainingsfleiß an den Tag legt, zeigen Tanzeinlagen von echten Könnern in den Sparten African Dance und Hip-Hop für Kinder und Jugendliche, die den Tanztag der VHS in energiegeladene Vorführungen einrahmen und in manchem Besuchern die Tanzlust wecken.

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