Früh übt sich der richtige Umgang mit Laptop, Smartphone, Computer, Facebook und Co.: Diesem Gedanken folgend wäre die Grundschule Fahrnau gerne bereit, im Landkreis eine Vorreiterrolle einzunehmen und sich für das Referenzschulmodell „Medienbildung in der Grundschule“ zu bewerben. Dazu muss allerdings der Gemeinderat am Montag noch – um im Jargon zu bleiben – „Gefällt mir“ sagen.

Künftig werden bereits Grundschulkinder im Land an den Umgang mit Medien herangeführt – das ist so im neuen Bildungsplan vorgesehen. Vor diesem Hintergrund bietet das Landesmedienzentrum (LMZ) je einer Schule pro Landkreis an, Referenzschule zu werden – also voranzugehen, Erfahrungen zu sammeln und diese an andere Schulen weiterzugeben. Diese Referenzschulen werden dazu extra von Beratern des LMZ begleitet, sie erhalten Zugang zu speziellem Unterrichtsmaterial sowie technische Betreuung und eine Fernwartung der Rechner.

Dementsprechend sind allerdings auch zwei Grundvoraussetzungen nötig. Erstens: Die Bereitschaft des Lehrerkollegiums, sich auf Neues einzulassen. Und zweitens: eine angemessene technische Ausstattung. Hier nun hat die Grundschule Fahrnau den Vorteil, dass die Stadt ohnehin im Frühjahr eine Sanierung der Schulelektrik geplant hat. Da würde es sich anbieten, auch gleich noch die nötigen Verkabelungen und Anschlüsse für die zusätzlich benötigten Geräte herzustellen – sowie eine leistungsfähige Internetanbindung. Die Stadtverwaltung jedenfalls begrüßt die Bewerbungsabsicht in Fahrnau.

Auch die Gesamtlehrerkonferenz und die Schulleiterkonferenz haben bereits zuggestimmt. Fehlt noch das Okay des Gemeinderats. Wie den Sitzungsunterlagen für den 25. Januar zu entnehmen ist, würden sich die Kosten – vornehmlich Anschaffung von Computern, Lizenzen und einem Server – auf 12 000 Euro belaufen, wobei dieser Betrag aus Haushaltsresten finanziert werden könnte.

Schulleiterin Claudia Ströble und das Kollegium hoffen nun auf einen positiven Beschluss. Zwar komme der Umgang mit neuen Medien so oder so auf die Grundschule zu. „Wir versprechen uns aber von der Teilnahme am Modellprojekt, da schneller hinzukommen“, sagt sie auf Anfrage. „Entwickeln müssen wir uns auf diesem Gebiet ohnehin.“ Vorstellen könne man sich diese Medienbildung im Schulalltag so: Es gebe da nicht ein einzelnes Unterrichtsfach, vielmehr soll der Umgang mit Computer und Internet allgemein in den Unterricht integriert werden.

Daher soll es auch nicht nur Geräte im Computerraum geben, sondern auch zwei pro Klassenzimmer. „Im Deutschunterricht etwa wird dann zu bestimmten Themen etwas recherchiert, es werden kleine Texte geschrieben und präsentiert.“ Im Grunde sollen die Schüler also an eine Mediennutzung herangeführt werden, wie sie an weiterführenden Schulen bereits jetzt der Fall ist. „Wichtig“, sagt Claudia Ströble, „ist uns, dass der Computer zwar einerseits im Grundschulalter bereits als Arbeitsmittel verstanden wird, aber dass wir darüber hinaus auch aufzeigen, dass es in der Freizeit noch viele andere Möglichkeiten gibt, sich zu beschäftigen.

“ Gerade weil die Kinder heute bereits von klein auf mit Handys und Tablet konfrontiert werden, müsse nicht nur der technische Umgang beigebracht werden – sondern auch ein sinnvoller. Deshalb wolle man auch ganz stark die Eltern einbeziehen, beispielsweise Experten einladen, die Tipps zu alltäglichen Fragen geben. Etwa, wie man den Computer daheim kindersicher macht und wie viel Zeit an dem Gerät sinnvoll ist.

Aus Claudia Ströbles Worten ist deutlich herauszuhören, dass die Schule sehr gerne Referenzschule werden würde. Die Zustimmung des Gemeinderats allerdings ist nur eine Hürde. Claudia Ströble weiß, dass es im Kreis noch zwei Mitbewerber gibt – „doch nur einer wird es“.