Schopfheim – „Dies ist ein Tag, der mich innerlich hüpfen lässt“, sagte Bürgermeister Christof Nitz am Dienstag. Der Grund: Nach einer Anlaufzeit von zehn Jahren wurde mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für die Bebauung des Uehlin-Areals gegeben. Mitte kommender Woche soll es mit dem Aushub der Baugrube losgehen. Im Herbst 2019 soll das 14-Millionen-Projekt abgeschlossen sein.

Dass es bis zum Baubeginn so lange gedauert habe zeige die Schwierigkeiten, die in dem Projekt steckten, sagte Antonius Kirsch, Niederlassungsleiter der BPD (Bouwfonds Property Development) Baden-Württemberg. Die BPD-Immobilienentwicklung sei seit 2015 mit dem Projekt befasst. Allein das passgenaue Einsetzen der Immobilie sei nicht ganz einfach. Schwierige Grundstücksverhältnisse und Besitzer, zwei Architekten, Sanierungen, Altlasten und die Mischung aus Gewerbe und Wohnen kämen hinzu. „Ist das wirklich das richtige Projekt für die BPD, die eigentlich auf Wohnraum spezialisiert ist?“ Diese Frage habe sich gestellt, sei aber positiv beantwortet worden, sagte Antonius Kirsch. Immerhin investiere die BPD 14 Millionen Euro. Auf 2000 Quadratmetern werde Gewerbe gebaut, 1700 Quadratmeter Wohnfläche kommen hinzu. Von den 19 Wohnungen seien schon ein Drittel verkauft, freute sich Antonius Kirsch. Die Übergabe und Eröffnung des Marktes solle im Herbst 2019 erfolgen.

Nach fast zehn Jahren habe die Stadt das Grundstück von einer Erbengemeinschaft kaufen können, „spekuliert hat sie darauf 30 Jahre“, sagte Bürgermeister Christof Nitz. Nächste Woche werde zwar mit der Baugrube begonnen, doch werde es fünf bis sechs Wochen dauern, bis sie ausgehoben sei. Im September/Oktober 2018 sei das Richtfest geplant und im Herbst 2019 die Einweihung. Als Mieter stehen bekanntlich der Drogeriemarkt Müller und das Textilunternehmen Ernsting’s Family fest, so Nitz, der davon überzeugt ist, dass die Bebauung des Uehlin-Areals eine echte Bereicherung für die Stadt sein wird – inklusive der zur Fußgängerzone ausgebauten Scheffelstraße.

Noch sei das Schicksal der Uehlin-Häuser nicht endgültig klar. Die Verwaltung werde dem Gemeinderat Ende Januar den Abbruch vorschlagen. Wenn das Gremium zustimme, könne das Grundstück ausgeschrieben und unter Vorgaben neu gestaltet werden, sagte Nitz. Natürlich müssten die Baurechtsbehörde und das Landratsamt dem zustimmen. Der Gemeinderat habe die Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens in Auftrag gegeben. Dazu habe es eine Umfrage zur Zufriedenheit (oder zu Defiziten) von Schopfheimer Kunden gegeben, teilte Nitz mit. Das Ergebnis werde im März präsentiert. Auch unter dem Aspekt spiele das Uehlin-Areal eine bedeutende Rolle.

Die Baufirma Weisenburger habe in Schopfheim das neue Georg-Reinhardt-Haus gebaut, freute sich Bürgermeister Nitz über die Beteiligung an dem Projekt. „Wir haben uns über die Anfrage von BPD zur Beteiligung gefreut“, erklärte Matthias Ryzlewicz, Geschäftsführer bei Weisenburger. An seiner Firma solle die termingerechte Fertigstellung des Projektes nicht scheitern, sicherte Ryzlewicz zu. Der Spatenstich sei das erste Fest, dann komme das Richtfest und zum Schluss die Einweihung. Im Bau gebe es nicht nur etwas zu feiern, sondern es werde auch Konkretes und Nachhaltiges geschaffen.