Schopfheim – Von Kindesbeinen an spielt Trost eine große Rolle im Leben. Jeder wird irgendwann einmal getröstet oder ist in der Rolle, selbst Trost zu spenden. Dieses Thema, das jeden früher oder später einmal berührt, stellt die Evangelische Kirchengemeinde Schopfheim gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern ab dem 3. Februar drei Wochen lang in den Mittelpunkt. Zentrales Element ist die Ausstellung „Trost“ mit Fotografien der Künstlerin Gülay Keskin in der Stadtkirche. Es wird aber auch ein passendes Rahmenprogramm geboten.

Fotoausstellung „Trost“

Zehn schwarz-weiße Fotografien sind es, die die türkischstämmige Fotografin Gülay Keskin, die in Heidelberg lebt und arbeitet, auf großen Leinwänden zeigt. Das Thema Trost fängt Keskin über die Hände ein: Jedes der Motive zeigt wie, wem oder wodurch Hände Trost spenden können. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt, das in Zusammenarbeit zwischen verschiedenen evangelischen Einrichtungen – etwa der Stiftung Kranke begleiten, der evangelischen Krankenhausseelsorge oder dem Zentrum für Seelsorge der Landeskirche – in Karlsruhe entstanden ist. „Man kann diese Ausstellung buchen. Trost ist ein zentrales Thema auch für uns“, erklärt Gemeindediakonin Uschi Schmitthenner am Mittwoch bei einem Pressegespräch, wie die Ausstellung ihren Weg nach Schopfheim findet. „Gülay Keskin hat keine Models oder Profis für ihre Bilder verwendet“, berichtet die Gemeindediakonin. „Sondern es sind Menschen, denen tatsächlich Leid widerfahren ist und die Trost brauchten.“ Und so finden sich trotz der einander recht ähnlichen Bildmotive im Detail spannende Unterschiede: Kinder, Senioren, Menschen jeden Alters trösten einander. Bei der Vernissage am Sonntag, 3. Februar, wird Gülay Keskin selbst den Besuchern erklären, wie es zu den Zusammentreffen mit den Menschen kam und welche Geschichte hinter den Bildern steckt.

Die Kooperationspartner

Als bekannt wurde, dass Gülay Keskins Bilder in Schopfheim gezeigt werden sollen, seien mehrere Kooperationspartner aus dem Umfeld der evangelischen Kirchengemeinde hellhörig geworden, berichtet Pfarrer Martin Schmitthenner. Das Bezirkskantorat mit Kantor Christoph Bogon bekundete ebenso Interesse an einer Teilnahme wie das Diakonische Werk im Landkreis, die Evangelische Erwachsenenbildung, das Georg-Reinhardt-Haus, Ambulante Hospizgruppe und die Ökumenische Krankenhausseelsorge. Dabei entstand die Idee, nicht nur die Ausstellung gemeinsam zu stemmen, sondern um das Thema herum ein Begleitprogramm anzubieten. Da jeder der Kooperationspartner eigene Stärken einbringen kann, ist aus der Ausstellung zum Thema Trost „ein buntes und sehr vielfältiges Programm geworden“, wie Uschi Schmitthenner es bezeichnet.

Das Rahmenprogramm

Drei Wochen lang wird sich in der Stadtkirche alles um das Thema Trost und Trösten drehen. Eine Säule sind dabei die Gottesdienste. Die zweite Säule sind vielfältige Programmpunkte. Das Programm richtet sich an eine ebenso vielseitige Zielgruppe: „Es sind nicht nur Menschen angesprochen, die selbst gerade im tiefen Tal stecken“, sagt Martin Schmitthenner. Im Gegenteil: Es sollen gerade auch jene Menschen angesprochen werden, die in der Rolle des Tröstenden sind. So wird es einen Themenabend unter dem Titel „Kinder trösten“ geben, bei dem im Zentrum steht, welche Bedürfnisse Kinder haben, denen Trost gespendet werden soll. Ein weiterer Punkt widmet sich dem Thema „Trost im Tanz“ – hier wird gezeigt, wie Tanzen auch in schweren Zeiten Leichtigkeit vermittelt und tröstet. Auch ein Film – Titel: „Meine Schwestern“ – mit dem Thema im Mittelpunkt wird gezeigt. „Eine solche Reihes ist schwer vorstellbar ohne Musik“, sagt Bezirkskantor Christoph Bogon. Und so wird er zahlreiche Programmpunkte mitgestalten oder für den musikalischen Rahmen sorgen. Schon am Eröffnungstag wird es in der Stadtkirche ein Konzert mit Violine und Orgel unter dem Titel „Grenzen überwinden“ geben, das sich im Kontext des Trost-Komplexes sehen lässt.

Eine musikalische Lesung zum Buch „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ von Susann Pàsztor, eine Andacht mit Orgelmusik und ein musikalisch-poetischer „Leichenschmaus“ stehen ebenso im Kalender wie eine Abendmusik zum Bonhoeffer-Zitat „Getröstet wunderbar“ oder ein Salbungs- und Segnungsgottesdienst mit dem Gospelchor „Resonance of Life“.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, es wird aber um Spenden gebeten.