Die Premiere des neuen Stücks „Insekten?!“ vom Theater in den Bergen am Samstag wird mit Spannung erwartet. Die finale Szene des Landschaftstheaters wurde erstmals mit allen Teilnehmern – Profis und Dorfbewohnern – durchgespielt.

Der Spielort Ehrsberg bietet eine traumhafte Aussicht auf die Berglandschaft. Bis zur Aufführung ist allerdings noch einiges zu tun. Das Bühnenbild ist noch nicht komplett. Ein weißer Container mit einem großen roten Knopf, der Unheilvolles bewirken soll, steht zwar schon an Ort und Stelle, soll aber noch verschönert werden. Ein Anhänger mit der Aufschrift „Eiweiß“ und ein Gerüst, an dem ein Banner enthüllt werden soll, befinden sich ebenfalls dort. Weiter unten an der Böschung lauert ein Rieseninsekt, das wie ein trojanisches Pferd daherkommt Der Öffentlichkeit wird es erst am Samstag präsentiert.

Bevor die Probe losgeht, gibt es beim letzten Probentag vor der Aufführung erst einmal ein paar Lockerungsübungen für den Körper und die Sprechwerkzeuge. Das eingängige Schlusslied „Respekt“ wird bei dieser Gelegenheit gemeinsam gesungen und von zwei Musikern begleitet. Der dritte Musiker fehlt diesmal, und auch einige Schauspieler sind nicht da, wie auch bei den Proben zuvor immer mal wieder urlaubsbedingt oder wegen Krankheit einige Leute fehlen. Dafür werden dem Team zwei neue Techniker vorgestellt. Alle wirken zuversichtlich. Paulina Tittel aus Ehrsberg (zehn Jahre) hatte sich auf ihre Rolle bei den bösen Destruenten sehr gefreut. Als Nichte des Regisseurs kannte sie die Geschichte ein wenig vor den anderen. Sie gehört schon zu den alten Hasen, da sie zum dritten Mal mitspielt. Trotzdem ist sie sehr aufgeregt. Auf jeden Fall macht ihr das Spielen einen Riesenspaß, und die Gruppe mit denen sie meist geprobt hat, findet sie richtig cool. Am besten gefällt Paulina das Finale. Das findet auch der 17-jährige Domenik Gersbacher aus Wühre besonders gut, „weil da alle zusammen kommen“. Bei seinem zweiten Theaterstück ist seine Aufregung jetzt nicht mehr ganz so groß wie beim ersten Mal. Ihm gefällt es, wie gut die Neuen vom Team jedes Mal aufgenommen wurden.

Luisa Philipp (14) aus Todtmoos spielt Konstanze, die Tochter eines Chemiekonzernchefs. Eine echte Hauptrolle gibt es in dem Stück nicht, doch Luisa hat schon einen etwas größeren Part. „Ich wurde gefragt, ob ich mich traue zu singen“, erzählt sie.

Nun wird sie im Duett mit dem Bienenprinzen Balduin ein Solo singen. Dieser wird vom 20-jährigen Aurin Kohler aus Rohrberg gespielt, der zum vierten Mal beim Theater in den Bergen mitmischt. Er findet seine etwas größere Rolle ziemlich cool. Etwas mühsam sei es gewesen, weil einige Leute urlaubsbedingt fehlten und deswegen nicht alle auf demselben Wissensstand waren. Jetzt ist er guter Dinge, dass es am Samstag klappt.

Gleich zwei Rollen hat Mario Rolf Brutschin aus Wiechs. Er spielt den Chef der Chemiefirma. Außerdem hat er noch den Part des Modeberaters Georgio Ameisi übernommen, den Regisseur Arnd Heuwinkel eigentlich für sich vorgesehen hatte. In den Proben hatte sich jedoch ergeben, dass der Stückeschreiber und Regisseur die Führung der Zuschauergruppe übernehmen muss. Neben Antonia Tittel und Arnd Heuwinkel ist Mario Brutschin der einzige Profi-Schauspieler. Er betreibt die Schauspielerei freiberuflich und war zwei Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs, um dort für die Reisenden zu spielen. Die aktuelle Geschichte findet er einerseits wegen der Verwicklungsspielchen sehr schön. Gut gefällt ihm auch die eingebettete Liebesgeschichte, die an Romeo und Julia angelehnt ist.

Die Message des Stücks spricht ihn zudem an, „dass wir aufpassen müssen, was wir mit der Umwelt machen“.