Das Städtlifest ist „über den Berg“: Chef-Organisator Roland Steinebrunner und Bürgermeister Dirk Harscher haben am Montag bei einem Pressegespräch Details zum Fest im Juni 2020 genannt – und dabei sogar Ausbaupläne präsentiert. Auch die teilnehmenden Vereine ziehen am selben Strang. Damit steht das Fest, dessen Fortführung lange als unsicher galt, zumindest vorerst vor einer gesicherten Zukunft.

  • Rückblick: Das Fest 2019 hat die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. „Es war friedlich, es gab keine Reibereien, das Miteinander bei der Organisation war gut“, sagte Roland Steinebrunner beim Pressegespräch. „Einzig das Wetter war zu heiß, aber dafür können wir ja nichts.“ Roland Steinebrunner hatte die Organisation im vergangenen Jahr erstmals übernommen, nachdem sich niemand für den Posten gefunden hatte. Er habe sich regelrecht „breitschlagen lassen“. Nach dem Fest war Steinebrunner dann erleichtert, dass es ohne größere Probleme über die Bühne ging – und auch darüber, dass er vonseiten der Stadt und aus dem Ordnungsamt „große Unterstützung“ erfahren hatte. Gerade an Sicherheitsauflagen der Behörden hatten sich viele der teilnehmenden Vereine im Vorfeld gestört – bis dorthin, dass sie ihre Teilnahme und damit den Fortbestand des Festes im Allgemeinen in Frage stellten. „Ich habe ehrlich gesagt nicht ganz verstanden, wo die ganzen Probleme lagen“, so Steinebrunner. „Man muss Verständnis für die verschiedenen Sichtweisen haben. Sicherheit geht vor. Wenn man miteinander redet, bekommt man Kompromisse hin.“ Die Finanzen seien inzwischen – auch dank der gut angenommenen Tombola – kein Hinderungsgrund mehr. Noch vor nicht allzu langer Zeit war das Fest auch deshalb ein Wackelkandidat, weil für die Vereine am Ende kaum Geld übrig blieb. Weil 2019 alles so gut hingehauen hat, will Steinebrunner als Organisator weitermachen. „Eigentlich sollte das nur für ein Jahr als Übergang sein. Aber es treibt mich so sehr um, dass ich weitermache“, sagt er. „Das Fest darf nicht sterben. Es gehört zu Schopfheim dazu und muss auch in der Zukunft erhalten bleiben.“

Die Ansicht teilt Bürgermeister Dirk Harscher, der 2019 sein erstes Fass als Rathauschef anstechen durfte: „2018 stand es wirklich auf der Kippe. Wir dürfen das Fest nicht untergehen lassen. Es ist wichtig für Schopfheim und seine Vereine. Wir müssen es schützen.“

  • Städtlifest 2020: Nun also unternehmen Stadt und Organisatoren auf Basis der guten Eindrücke vom Vorjahr einen erneuten Anlauf. „Die Vereine sind wieder mit im Boot“, kündigt Roland Steinebrunner an. Somit wird sich an der Buden- und Bewirtungslandschaft beim Fest kaum etwas ändern. Auch die Sponsoren sind dem Fest treu geblieben, „mit ihnen steht und fällt das Fest“. Und auch der Termin, der von Mitte August auf den Juni vorverlegt worden war, soll weiter vor die Sommerferien gelegt werden. Das Fest findet am 20. und 21. Juni statt. „Es ist besser, das vor den Sommerferien zu machen“, ist Roland Steinebrunner sicher. „Denn auch aus den Vereinen sind im August viele im Urlaub. Da kann es personelle Engpässe geben, so dass die Vereine an ihre Grenzen kommen.“ Dem wollen die Organisatoren mit dem Juni-Termin aus dem Weg gehen. Dafür kollidiert das Städtlifest nun mit etwas anderem: Gleichzeitig findet die Fußball-Europameisterschaft statt. Und am Samstag, 20. Juni, wird um 18 Uhr das Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal angepfiffen. Damit das Städtlifest nicht vom EM-Fieber leergefegt wird, denken die Organisatoren über eine Großleinwand nach. „In irgendeiner Form muss es Public Viewing geben“, sagt Bürgermeister Dirk Harscher.
  • Ausbaupläne: Wenn es geht schon ab der Ausgabe 2020 soll das Städtlifest mit neuen Ideen aufgepeppt werden. „Das Fest soll nicht nur einen Tag des Essens und Trinkens, sondern einen Tag des Treffens bieten“, wünscht sich der Bürgermeister. Damit soll das Fest, das bisher im Wesentlichen aus einem Budendorf mit Bühnen für die meist musikalischen Programmpunkte bestand, vielseitiger gemacht werden. „Wir wollen das Fest mit Qualität aufwerten“, sagte Roland Steinebrunner. Dem Chef-Organisator schweben da ganz verschiedene Dinge vor: „Zum Beispiel könnte sich ein Verein an einem Info-Stand präsentieren oder auf aktuelle Themen eingehen.“ Steinebrunner denkt dabei etwa an die zahlreichen Imker im Wiesental, die durchaus Aktuelles zum Thema Insektenschutz und Klimawandel beitragen könnten. „Aber willkommen ist zunächst einmal jeder“, so Steinebrunner. „Künstler, Umweltverbände, jeder, der etwas beitragen will.“ Am 28. Januar trifft sich das Organisationskomitee zu einem Austausch – wer Ideen hat, ist zu diesem Treffen eingeladen. Denkverbote gibt es keine – auch nicht für den Organisator und den Bürgermeister.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in den Abendstunden eine Laser-Show mit Musik oder so etwas auf die Beine stellen“, denkt Steinebrunner schon einmal in die weitere Zukunft. So soll die Fest-Tradition mit modernen und neuen Elementen fortgesetzt werden – und das auch über 2020 hinaus.

Wer sich mit Ideen beim Städtlifest einbringen will, ist am Dienstag, 28. Januar, um 19 Uhr ins Gasthaus Kranz eingeladen. Dort trifft sich das Organisationskomitee zur vorbereitenden Sitzung, wo auch Neuerungen besprochen werden.

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