Schopfheim – Hochmotiviert hat Katja Benkler am Dienstag ihre Arbeit als neue Leiterin der Schopfheimer Stadtbibliothek begonnen. „Ich freue mich sehr darauf. Diese neue Aufgabe ist für mich eine Riesenchance“, sagt die 42-jährige Diplombibliothekarin, die zuletzt acht Jahre lang stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Rheinfelden war. „Mit großem Respekt“ gehe sie an die leitende Position in Schopfheim heran.

Die in der Nähe von Tuttlingen aufgewachsene Katja Benkler hat zunächst ein Lehramts-Studium in Freiburg und Heidelberg absolviert. Danach ging sie für ein Jahr in die USA, um dort in Syracuse im Bundesstaat New York in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen zu arbeiten. „Das war so eine Art soziales Jahr“, erzählt Katja Benkler. Während ihres Aufenthalts in Amerika hat sie viele Bibliotheken aufgesucht und englischsprachige Literatur gelesen. Dabei reifte in ihr der Entschluss, den Berufsweg einer Bibliothekarin einzuschlagen: „Das hatte ich schon seit dem Abitur im Hinterkopf“. Zurück in Deutschland studierte sie Bibliotheks- und Medienmanagement in Stuttgart und schloss mit dem Diplom ab. Nach dem Studium bewarb sie sich erfolgreich in der Zweigstelle der Karlsruher Stadtbibliothek. Die amerikanische Bibliothek, deren Bestand 30 000 englischsprachige Medien umfasst, ist deutschlandweit einzigartig.

Da die Stelle befristet war, wechselte Benkler nach dem Ende des Arbeitsvertrags 2009 nach Rheinfelden als stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek. Diese war gerade in die neuen Räume mitten in der Stadt eingezogen und hatte personell aufgestockt. In Rheinfelden war Katja Benkler mit dem Schwerpunkt Sachliteratur und dem Fachbereich für junge Erwachsene betraut, hat sich um den Bestand und die Bestellung neuer Bücher gekümmert und auch Klassenführungen gemacht.

Schüler durch die Bibliothek zu führen, sich um Lesestoff für Jugendliche ab 13 Jahren zu kümmern, gehörte ebenso zu Katja Benklers Aufgabenbereich wie die Pflege des Sachbuchbestands. Wichtig ist der neuen Frau an der Spitze der Stadtbibliothek der direkte Kontakt zu den Bibliotheksnutzern, um „am Ball zu bleiben“. „Im Bereich der Literatur für Jugendliche gibt es viele Bücher, die man auch als Erwachsener gut lesen kann, zum Beispiel Die Tribute von Panem“, findet Katja Benkler. Sie selbst sei eine leidenschaftliche Leserin. „Ja, ich lese schon sehr viel, oft Krimis“, verrät Katja Benkler. Zuletzt hat sie mit großem Genuss den neuen Roman „Elefant“ von Bestsellerautor Martin Suter gelesen. Gerne liest die Neue in Schopfheims Bücherei E-Books, verrät sie im Gespräch. Als sich nach zehn Berufsjahren die reizvolle Chance eröffnete, die Leitung der weithin renommierten Schopfheimer Stadtbibliothek zu übernehmen, hat sich Katja Benkler beworben. Mit Erfolg. Von der Größe her sei die Schopfheimer in etwa mit der Rheinfelder Stadtbibliothek vergleichbar, so Benkler. Was ihr besonders gefallen hat ist, dass der Sachbuchbestand in Schopfheim für eine öffentliche Bibliothek relativ groß ist.

Den ganzen August über wird der langjährige Bibliotheksleiter Kurt Menter, der am 1. September nach fast 32 Jahren in den Ruhestand geht, seine Nachfolgerin einarbeiten, sodass ein nahtloser Übergang gewährleistet ist. Katja Benkler möchte das, was ihr Vorgänger in 32 Jahren so hervorragend aufgebaut und ausgebaut hat, fortführen und konzeptuell weiterentwickeln. „Die Leserinnen und Leser hier sind einen sehr hohen Standard gewöhnt.“ Katja Benkler möchte auch die von Kurt Menter in Zusammenarbeit mit Markus Manfred Jung durchgeführten Autorenlesungen in der Stadtbibliothek weiter organisieren.