Schopfheim - Adieu analoge Hinweistafel, willkommen digitales Zeitalter: Im Rathaus ist der digitale Wandel nun auch öffentlich sichtbar angekommen. In den drei Verwaltungsgebäuden am Marktplatz sind statt der bisherigen sperrigen Tafeln moderne Bildschirmsysteme in Betrieb. Sie sollen nicht nur den Besuchern digital den Weg weisen, sondern auch auf Termine und Veranstaltungen aufmerksam machen und können im Handumdrehen aktualisiert werden. Das hat sich die Stadt zwar eine stolze Summe kosten lassen – doch die liegt weit unter dem veranschlagten Rahmen. 

  • Die Hinweistafeln: Im Einsatz ist das System seit kurz vor Weihnachten, erklärten Bürgermeister Dirk Harscher und der Öffentlichkeitsbeauftragte Marcus Krispin, unter dessen Fittichen die Umrüstung lief, am Freitag bei einem Pressetermin. Insgesamt flimmern nun sieben Flachbildschirme an den drei Standorten. Im ehemaligen Bezirksamt, wo mit Tourismus- und Stadtbüro sowie Bau- und Ordnungsamt und dem Fachbereich Bürgerservice der meiste Publikumsverkehr herrscht, fällt vor allem die aus drei Monitoren zusammengepuzzelte Info-Wand am Eingang auf. Hier bewirbt die Stadt Veranstaltungen. „Die Plakate sind damit Vergangenheit“, freute sich Marcus Krispin. Nebenan – in rollstuhlfreundlicher Höhe – gibt eine große, in Blau gehaltene Wegweisertafel Aufschluss darüber, in welchem Zimmer, welcher Behördengang erledigt werden kann. So eine Tafel – in Gelb – hängt auch im ehemaligen Amtsgericht, wo zum Beispiel Kämmerei und Stadtarchiv untergebracht sind. Am Rathaus schließlich gibt im Eingangsbereich einerseits ein großer Kasten Infos darüber, in welchem der drei Rathäuser welche Behörde zu finden ist. Andererseits klärt hier ein kleineres Info-Display darüber auf, wann welche wichtigen städtischen Termine – zum Beispiel Gemeinderats- und Ausschusssitzungen – stattfinden. Über den Jahreswechsel war hier ein Neujahrsgruß von Dirk Harscher zu lesen. Die beiden Bildschirme hier sind auch außerhalb der Öffnungszeiten sichtbar und bis 22 Uhr an.
  • Das System: Die Umstellung vom fast schon steinzeitlichen analogen Plakat- und Infotafelsystem auf ein digitales bringt nicht nur für die Besucher Vorteile: „Die alte Infowand zu aktualisieren, war unvorstellbar kompliziert“, sagte Marcus Krispin. Teilweise mussten Infos überklebt werden, teilweise blieben Dinge tagelang unaktuell. Damit ist jetzt Schluss: „Man kann die Bildschirme von überall aus per Mausclick bespielen“, erklärte Krispin. Das macht die Pflege um ein Vielfaches einfacher. Hardware und Software hat eine Firma aus dem schwäbischen Erbach geliefert. Deren Vertreter Thorsten Schmid wies übrigens darauf hin, dass das System erweiterbar ist: Einerseits könnten damit auch die vom Bürgermeister angedachten Info-Tafeln in der Fußgängerzone Scheffelstraße eingerichtet werden. Und andererseits wäre denkbar, die Bildschirme irgendwann zu einem interaktiven Info-Terminal mit Touch-Screen umzurüsten.
  • Die Kosten: Wenn im Rathaus von Geld die Rede ist, verziehen die städtischen Verantwortlichen oft das Gesicht zu Grimassen, als dächten sie an einen schmerzhaften Zahnarztbesuch zurück. Nicht so hier: Zwar hat die Umrüstung der Rathaus-Wegweiser die stattliche Summe von 38 000 Euro gekostet. Doch der Gemeinderat hatte angesichts der veralteten Technik und des fortschreitenden digitalen Wandels für die Anschaffung der neuen Technik sogar 83 000 Euro bewilligt. Dass die digitale Umrüstung nun so viel günstiger kommt, kommentierte Marcus Krispin mit einem Lächeln: „Das liegt an den Leitungen“, sagte der PR-Beauftragte. Die Anschaffung des Systems selbst liegt bei 31 000 Euro, doch den Einbau von Internet- und Stromleitungen in die drei doch altehrwürdigen Gebäude hatten die städtischen Planer für viel komplizierter gehalten, als er sich schließlich gestaltete. „Ich habe von der ganzen Sache relativ wenig mitbekommen“, sagte Bürgermeister Harscher. „Das ist immer ein Zeichen dafür, dass etwas reibungslos klappt.“