Schopfheim-Gersbach (hö) Der Windpark Rohrenkopf hat im ersten Betriebsjahr 31 000 Megawattstunden Strom produziert. Der vom Betreiber, den Elektrizitätswerken Schönau (EWS), prognostizierte jährliche Ertrag von 45 000 Megawattstunden wurde damit zwar nicht erreicht – das sei aber in diesem Fall dem langen Probebetrieb und zahlreichen Wartungseinsätzen geschuldet, teilt die EWS mit.

Aus Sicht der EWS sind die 31 100 Megawattstunden „ein richtig guter Wert“, sagt EWS-Windpark-Rohrenkopf-Geschäftsführer Tobias Tusch, auch wenn dieser unter dem Wert von 45 000 Megawattstunden liegt, den die EWS im Vorfeld als Jahresertrag prognostiziert haben. Vor rund einem Jahr hatten die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) auf dem Rohrenkopf mit fünf Windrädern des Typs Enercon E-115 den höchst gelegenen Windpark Deutschlands in Betrieb genommen, wobei eine der fünf Windenergieanlagen erst Ende Januar 2017 in Betrieb gegangen ist. Dieser Umstand sowie ein langer Probebetrieb und damit verbunden viele Wartungseinsätze hätten zudem weitere mögliche Erträge verhindert.

„Umso optimistischer schauen die EWS in die Zukunft“, so Tusch. Der erzielte Jahresertrag entspreche laut EWS dem Jahresdurchschnittsverbrauch von rund 10 500 Privathaushalten. Dank der Windenergieanlagen in Gersbach hätten im vergangenen Jahr, bezogen auf den bundesweiten Strommix, über 14 500 Tonnen CO2 und mehr als 13 Kilo Atommüll eingespart werden können. Mit der produzierten Energie habe sich der Windpark Rohrenkopf zudem für die gesamte Lebensdauer – bezogen auf Anlagenproduktion, Errichtung und Anlagenbetrieb bis hin zum Rückbau – bereits im Herbst hinsichtlich des Energieaufwandes amortisiert.

Die EWS weisen ferner darauf hin, dass „wir mit dem Windpark Rohrenkopf einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten“. Allein in Baden-Württemberg gingen aufgrund des beschlossenen Atomausstiegs bis Ende 2022 noch rund 2700 Megawatt an Erzeugungsleistung vom Netz, die zu ersetzen seien. Mit Blick auf die Klagen aus Gersbach über Lärmbelästigungen durch die Windräder – die jetzt in den Wintermonaten zuletzt zugenommen und auch Thema beim Neujahrsempfang waren – erklärt Tobias Tusch auf Nachfrage, dass die EWS nach wie vor keine Erklärung für diese Klagen habe. Er könne sich nur auf die Daten des Anlagenbetriebs beziehen. „Wir können da aber keine Auffälligkeiten feststellen. Enercon sagt, die Anlagen laufen einwandfrei, das Betriebssystem sagt das auch“, sagt Tusch. Vorstellbar sei zwar, dass etwa Eisansatz zu einer anderen Rauigkeit der Rotorblätter führe und dies gegebenenfalls dazu, dass es lauter wird. „Doch bei Eisansatz ist es so, dass sich die Anlage aus dem Wind dreht und die Blattheizung läuft.“ Daher komme Eisansatz nicht wirklich als Erklärungsansatz in Frage.

Was das Thema Bürgerbeteiligung angeht, so gelte nach wie vor die Aussage, dass Bürger die Möglichkeit erhalten sollen, ab dem dritten Jahr nach Inbetriebnahme bis zu drei Windenergieanlagen direkt zu übernehmen. „Bei begründetem Interesse sind wir auch schon vorher gesprächsbereit“, so Tusch.