Kreise gezogen hatte in den vergangenen Monaten die Frage, wo künftig der Rettungshubschrauber landet. Jetzt sind die Stadt und die Kreiskliniken-GmbH bei ihrer Suche im Lus gelandet – dort, wo perspektivisch auch die Feuerwache Schopfheim-West gebaut werden soll: am Lusring.

  • Vorgeschichte: Bis Ende 2017 waren Rettungshubschrauber auf dem Landeplatz beim Krankenhaus im Gebiet Eisweiher gelandet. Dann wurde er wegen der Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet aus Sicherheitsgründen – es wurde befürchtet, dass bei Starts und Landungen Baumaterial weggewirbelt werden könnte – auf das Areal der Feuerwache Schopfheim verlegt. Doch der Umzug löste einige Turbulenzen aus. Anwohner monierten mangelnde Infos und nächtlichen Lärm. Auch konnten Schäden an Wohnhäusern in der Nachbarschaft – etwa an Terrassen und Rollläden – nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Daraufhin machte sich die Stadtverwaltung auf die Suche nach einer neuen Landemöglichkeit. Gut ein Dreivierteljahr ist das her, auf Nachfragen im Gemeinderat hieß es in der Zwischenzeit immer wieder, dass man dran sei, aber noch nichts präsentieren könne.
  • Lösung gefunden: Im Haushalt 2019 nun findet sich ein Ausgabeposten „Beleuchtung provisorischer Hubschrauber-Landeplatz bei der Feuerwache West“. 50 000 Euro hat die Stadt dafür eingeplant. Nun existiert die Feuerwache-West bisher nur in Gedanken. Diese sehen vor, dass perspektivisch auf dem Areal zwischen dem Zubringer für die Ausfahrt Schopfheim-Mitte und der Wiechser Straße ein neues Gerätehaus für die Feuerwehrabteilungen Langenau und Wiechs entsteht. Genau hier nun soll auch der Rettungshubschrauber künftig landen. Das bestätigt Bürgermeister Christof Nitz auf Nachfrage.

    „Infrastrukturell und logistisch ist der Standort direkt an der B 317 günstig für den Rettungseinsatz per Auto wie auch per Hubschrauber. Zudem ist da nix drumherum, was durch die Gegend fliegen könnte. Das passt ganz gut.“ Die Pläne seien abgestimmt mit Überlegungen für die Feuerwache West. Daher soll der Platz vorerst auch nur provisorisch angelegt werden. „Im Moment reicht es aus, eine Zuwegung zu schaffen und den Untergrund so zu befestigen, dass der Hubschrauber dort landen kann und der Rettungswagen hinkommt.“

    Langfristig hingegen müsste sich – wenn man die Feuerwache West anpackt – an der Verkehrsführung ein bisschen was ändern. Vom Regierungspräsidium Freiburg jedenfalls gebe es für dieses Vorgehen grünes Licht. Die Behörde habe mitgeteilt, „dass wir das machen können.“ Nach seinem Kenntnisstand soll es so schnell wie möglich realisiert werden. Offen ist, inwiefern sich die Stadt an den Kosten beteiligt. Eigentlich ist der Platz Sache der Kreiskliniken-GmbH. Zwar seien 50 000 Euro im Haushalt 2019 vorgesehen, ob es die aber wirklich braucht, stehe in den Sternen. Nitz: „Als der Haushaltsplan aufgestellt wurde, gab es bei dem Thema noch keine Klarheit.“ Den Betrag habe die Stadt daher sicherheitshalber einkalkuliert.

  • Planungsstand: Die Kreiskliniken GmbH ist mit dem Standort zufrieden. Frederic Hess, Technischer Leiter der Kreiskliniken, kann allerdings keine genauen Angaben dazu machen, wann der Landeplatz gebaut werden kann. Es müssten zeitnah Gespräche mit Baufirmen und den Rettungsfliegern geführt werden, um eine optimale Lösung zu finden. Der Landeplatz in Schopfheim sei ein sogenannter Rendezvousplatz. Schon bisher – bei der Feuerwehr im Bremt – treffen sich Rettungsdienst und Helikopter, „zum Beispiel, wenn es einen medizinischen Notfall oder eine Verlegung gibt“, so Hess. Daher müsse der neue Platz für alle Seiten gut erreichbar sein. Die Fläche am Lusring habe auch den Vorteil, dass der Heli nicht über ein Wohngebiet anfliegen muss, sondern über das Gewerbegebiet kommen kann. Der Landeplatz werde befestigt und mit Beleuchtung ausgestattet. Derzeit, so Hess, laufen Klärungsprozesse. Er rechnet im Lauf des Frühjahrs 2019 mit ersten Ergebnissen, im Lauf des Jahres soll der Platz befestigt werden. Welche Kosten anfallen, könne derzeit nicht beziffert werden.