Nach den erfolgreichen Starts in Lörrach und Schopfheim soll es nun auch in Steinen ein Repaircafé geben. Am Freitag trafen sich unter der Flagge des Gesprächskreises „Steinen im Wandel“ erstmals die „Reparateure“ in der Steinener Grundschulaula. Viel Arbeit gab es – und deshalb auch viele strahlende Gesichter bei den Menschen, denen geholfen werden konnte, und bei den Machern und Schaffern.

Fünf gestandene Mannsbilder, die das fachliche Wissen mitbrachten, um defekte Gebrauchsgegenstände wieder zu neuem Leben zu verhelfen, standen pünktlich um 17 Uhr Gewehr bei Fuß in der Aula. Sie hofften zusammen mit Organisator Fritz Günther von „Steinen im Wandel“ auf „Kundschaft“. Lange warten mussten sie nicht. Eine Frau schleppte eine alte Stehlampe in den Saal und bat einen der Handwerker, zu versuchen, die geliebte Leuchte wieder zum Leuchten zu bringen. Ein Wasserkocher folgte, ein Handköfferchen, an dem der Verschluss nicht mehr aufging. Gleich darauf durften sich die noch übrigen Herren über ein Bündel Armbanduhren hermachen, die zwar schön (und recht alt) aussahen, aber ansonsten kein tickendes Leben mehr zeigten.

Damit nun teilten die Uhren ihr Schicksal mit einem Staubsauger, einer kleinen Küchenmaschine und einer Wäscheschleuder, die ebenfalls ihre bisher so geschätzten Dienste verweigerten und – ohne professionelle Hilfe – Gefahr liefen, auf dem Müll zu landen. Und genau das sollen sie ja nicht, wenn es nach Christine Ableidinger-Günther und Angelika Messer geht, die das Repair-Projekt in Steinen angeleiert haben: Es ist einer von vielen kleinen Beiträgen zur Nachhaltigkeit, den „Steinen im Wandel leistet“. Und natürlich geht es auch darum, dass die Müllmenge auf diesem Planeten verringert wird, indem das, was produziert wurde, ein paar Jahre länger lebt.

So manch einer kam indes weder als Reparateur noch als Kunde in die Grundschulaula. Einige Besucher nahmen die dritte, ebenso legitime Option wahr. „Eifach emol e wenig luege!“ Unterm Strich baten am Freitag schließlich acht Personen, überwiegend Frauen, um Hilfe für ihre zehn elektrischen Haushaltsgehilfen. Und bekamen sie dann auch. Bis auf einen Toaster und Wasserkocher, an denen die Heizdrähte unersetzbar durchgebrannt waren, wurde alles schnell und sicher repariert. Sehr zur Freude natürlich ihrer Besitzer(innen), die ihr Hab und Gut wieder in Dienst nahmen.

Es dürfte also weitergehen mit dem Angebot, glaubt Initiator Fritz Günther. Er freute sich sehr über den Erfolg der Aktion, die eigentlich als erster Versuch geplant war. Gedacht ist vorerst an zwei Termine pro Jahr, bei Bedarf könne das Angebot aber durchaus ausgeweitet werden, sagt Fritz Günther. Die anwesenden Reparaturengel ließen sich ihre Dienste natürlich nicht bezahlen, doch ist man bei Steinen im Wandel durchaus froh über Spenden für das noch im Aufbau befindliche Steinener Repaircafé. Mit dem Geld ließe sich so nach und nach das benötigte Werkzeug kaufen – das hat am Freitag noch jeder aus der eigenen Werkstatt mitgebracht. Und wenn dann auch noch das eine oder andere Tässchen Kaffee finanziert wäre, könnte das die Gehirnzellen bei der Fehlersuche durchaus befeuern.

Voraussetzung dafür, dass im Steinener Repaircafé Aufträge entgegen genommen werden, ist die schriftlich zu bestätigende Kenntnisnahme der Auftraggeber, dass mit der Abgabe der Gegenstände auch ein Risiko eingegangen wird. Fritz Günther erläuterte dies seinen Gästen ausführlich. Er brachte einen der ganz wichtigen Gründe dafür auf den Punkt: „Wir wollen nicht haftbar sein oder gemacht werden können, wenn das kaputte Teil hinterher noch kaputter ist als es vorher war.“