Am Mittwoch haben Stadt und Energiedienst eine neue Ladesäule für Elektroautos in Betrieb genommen. Sie ersetzt die alte Ladestation, die „gefühlt schon über 20 Jahre“ vor der Stadthalle steht, wie Roman Gayer vom Energiedienst schätzt. Schopfheim verfügt nun über zwei moderne Ladesäulen, eine beim Park&Ride Bahnhof Schopfheim-West und die bei der Stadthalle.

Bürgermeister Dirk Harscher sieht die Elektromobilität und den Ausbau der Ladeinfrastruktur als wichtigen Baustein für eine klimafreundliche Mobilität in Schopfheim. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung selbst nutzen seit fast drei Jahren E-Autos der Firma My-e-car für ihre Dienstfahrten, die Autos können auch von Privatleuten geliehen werden.

Nils Hoesch, Leiter Elektromobilität bei Energiedienst: „Um die Energiewende in Form von Elektromobilität ins Rollen zu bringen, braucht es ein dichtes Netz an Lademöglichkeiten.“ Mindestens alle zehn Kilometer soll es eine Lademöglichkeit von Energiedienst geben, so das erklärte Ziel. Bei Energiedienst ist man dankbar, dass die Stadt Schopfheim den Platz zur Verfügung stellt, der noch dazu an einem so interessanten Standort in der Nähe der IHK gelegen sei.

Von der neuen Ladesäule in der Hauptstraße lassen sich zwei Fahrzeuge gleichzeitig aufladen. Die dafür reservierten Parkplätze werden noch farblich markiert und mit Hinweisschildern versehen, sodass auch wirklich nur Elektroautos dort parken und dies auch nur für den Zeitraum des Ladevorgangs. Dass man diese Parkplätze nicht für andere Fahrzeuge nutzt und auch nach dem Ladevorgang anderweitig parkt, wäre auch „so etwas wie ein Ehrenkodex“, meinte Nils Hoesch.

Die Ladesäule verfügt über eine Leistung von 22 Kilowatt und ist roamingfähig. Das heißt, auch Ladenetzkunden anderer Betreiber können sie mit ihren Zugangskarten nutzen. Spontane Nutzer können sich mittels QR-Code den Zugang freischalten und zu einem etwas höheren Preis ihren Akku laden.

Moderne Elektrofahrzeuge ließen sich so in etwa zwei Stunden aufladen, schätzt Hoesch. Im Gegensatz zu früheren Ladestationen wird die Stromabnahme nicht mehr nach Ladezeit berechnet, sondern nach tatsächlichem Verbrauch ohne irgendwelche zusätzlichen Pauschalen. Für registrierte Energiedienst-Kunden kostet eine Kilowattstunde 39 Cent. Für spontane Kunden wird die Kilowattstunde mit 48 Cent berechnet.

Frisch aufgeladen durfte Bürgermeister Dirk Harscher dann auch gleich eine Probefahrt mit dem von Roman Gayer mitgebrachten Elektrofahrzeug machen. Für die Firma Energiedienst, die in der Region etwa 100 Ladesäulen installiert hat, bedeutet eine Säule eine Investition zwischen 10 000 und 15 000 Euro, je nach Aufwand, wobei die insgesamt 33 neuen Ladesäulen Teil eines Förderprogramms des Bundes beziehungsweise des Landes Baden-Württemberg sind und mit 40 Prozent gefördert werden.

Energiedienst errichtet sie im südbadischen Versorgungsgebiet: zehn im Landkreis Lörrach, sechs im Landkreis Waldshut, sieben im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, acht im Schwarzwald-Baar-Kreis sowie jeweils eine in den Landkreisen Konstanz und Tuttlingen.