Was sagen die Vertreter der örtlichen Parteien zum Ausgang der Bundestagswahl? Das wollten wir wissen und haben deshalb nachgefragt.

  • CDU: „Ich gratuliere Armin Schuster für seine Wiederwahl und danke den Wählern und Wählerinnen für ihr Vertrauen“, sagte Heidi Malnati, Vorsitzende der Schopfheimer CDU, zum Ausgang der Bundestagswahl. Auch wenn der prozentuale Verlust, den die CDU erlitten habe, weh tue, „freut mich dennoch, dass wir stärkste Kraft geblieben sind“. Es sei zu früh, um detaillierte Aussagen zu treffen, denn die Ergebnisse der Bundestagswahl müssten analysiert werden. Und dabei müssten die Gründe hinterfragt werden, wie es zu dem Ergebnis gekommen sei. Sicher ist für Heidi Malnati, dass die nächsten Jahre nicht einfach sein werden. „Ich hoffe, dass Deutschland wirtschaftlich stark bleibt und dass weiterhin Friede und Freiheit herrschen.“ Es dürfe nie um Machtpolitik, sondern es müsse um Inhalte gehen. Im übrigen wünsche sie sich, dass immer eine so gute Wahlbeteiligung herrscht. Insgesamt sei sie mit dem Ausgang der Wahl noch zufrieden, erklärte Heidi Malnati.
    Michael Straub (Die Grünen) und Heidi Malnati (CDU)
    Michael Straub (Die Grünen) und Heidi Malnati (CDU) | Bild: Bild honorarfrei
  • SPD: „Das Ergebnis insgesamt ist zweifelsohne Enttäuschend für die SPD“, erklärt Peter Ulrich, Vorsitzender der Schopfheimer SPD.
    „Es ist daher nur konsequent, wenn wir die Abwahl der großen Koalition akzeptieren und in die Opposition gehen.“ Auch in Schopfheim habe die SPD Wähler verloren – mit zwei Ausnahmen: „In Enkenstein und Raitbach konnten wir relativ zulegen.“ Auch wenn die Analyse der absoluten Zahlen noch gemacht werden müsse, mache das Mut für die zukünftige Arbeit. So wie im Bund haben die Sozialdemokraten auch in Schopfheim eine solide politische Arbeit geleistet, ist Peter Ulrich überzeugt. „Unser besonderer Dank gilt Jonas Hoffmann, der ein achtbares Erststimmen-Ergebnis eingefahren hat, auf dem sich aufbauen lässt. Er gehört für uns sicherlich zu der neuen Generation von Politikern, die in der SPD die Zukunft gestalten werden.“
    Peter Ulrich (SPD)
    Peter Ulrich (SPD) | Bild: Firmenmaterial BZ
  • FDP: „Die FDP hat fast doppelt so viele Zweitstimmen erhalten als 2013. Viele wollten also die FDP wieder im Bundestag sehen. Das ist auch am Schopfheimer Ergebnis zu erkennen“, sagt Martin Kimmig, Vorsitzender der FDP Schopfheim/Mittleres Wiesental. Es habe auch mehr Erststimmen für Kandidaten Christoph Hoffmann gegeben. Darum habe er im Wahlkampf auch explizit gebeten. Christoph Hoffmann sei im Landkreis Lörrach kein Unbekannter und habe einen professionellen Wahlkampf geführt, was die Bürger und Bürgerinnen mit ihren Stimmen anerkannt hätten, so Kimmig. Die FDP habe mit ihrem Thema Gesundheit und Krankenhaus Akzente gesetzt. Damit sei die FDP wieder sichtbar geworden und habe unter anderem für den Ortsverband Schopfheim/Mittleres Wiesental bewirkt, dass neue Mitglieder gewonnen werden konnten, sagte Kimmig.
    Er ist gespannt, wie sich die Koalitionsverhandlungen gestalten.
    Martin Kimmig (FDP)
    Martin Kimmig (FDP) | Bild: Bild honorarfrei
  • Bündnis 90/Die Grünen: Für die Grünen freute sich Michael Straub, dass die Schopfheimer Wähler wieder so abgestimmt haben wie 2009. Auch da habe es 17 Prozent für die Grünen gegeben. Das zeige, dass in Schopfheim ein gutes grünes Potenzial vorhanden sei – auch bei Bundestagswahlen. „Ich hoffe, dass das weiter ausgebaut werden kann“, sagte Michael Straub. Bundesweit sehe das ein wenig anders aus. „Umweltpolitische Themen scheinen nicht mehr ganz den hohen Stellenwert einzunehmen“, so Straub. Dabei seien gerade Umweltthemen langfristig sehr wichtig. Wenn es Protestwähler gebe, die der AfD ihre Stimme gegeben haben, seien „diese Stimmen bei den anderen weggegangen“. Den Grund dafür, dass die großen Parteien viele Stimmen verloren haben, sieht Michael Straub unter anderem darin, dass sie es nicht verstanden hätten, auf Sorgen wie Verlust von Geld oder Arbeitsplatz oder den Zuzug von Flüchtlingen richtig zu reagieren. Eine sich abzeichnende Jamaika-Regierung „wird interessant“, meinte Straub mit Blick auf die Bundesebene. Er sei gespannt, was dabei herauskomme.