Kleines Wiesental-Neuenweg – Im Juli hatte sich ein 35 Quadratmeter großes Stück von der schwimmenden Torfinsel im Nonnenmattweiher gelöst. Das lose Inselstück muss wieder zur Hauptinsel zurückgeschleppt und dort befestigt werden, denn es droht den Ablauf des Weihers zu verstopfen. Die Rückführungsaktion muss jedoch erst einmal wegen des niedrigen Wasserspiegels verschoben werden.

Ein einzigartiges Naturdenkmal

Die Torfinsel im Südteil des Nonnenmattweihers ist ein einzigartiges Refugium und steht wie die gesamte Karstlandschaft um den See unter strengem Naturschutz. Auf dem besonderen Torfuntergrund auf 915 Metern Höhe wachsen außergewöhnliche Pflanzen wie das seltene Wollgras, der Fieberklee und der insektenfressende Sonnentau. Erdkröten laichen hier kurz nach der Schneeschmelze. Das Betreten der Torfinsel ist deshalb strengstens verboten. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Misstöne gegeben, weil sich Badegäste und Hundehalter nicht an das Verbot gehalten hatten (wir haben berichtet). Die Insel war einst entstanden, als der Nonnenmattweiher im Jahre 1758 aufgestaut worden war und ein Teil des gelockerten Torfbodens aufgeschwommen ist.

Ursachenforschung

Ob die Abspaltung des Inselteils von Menschen verursacht wurde, ist nicht klar. Uwe Kerkhof, der beim Regierungspräsidium Freiburg Referent für den Naturschutz im Landkreis Lörrach ist, glaubt tendenziell eher an eine natürliche Ursache. „Wir hatten das in den letzten Jahren immer wieder, dass Fragmente der Torfinsel über das Gewässer ziehen.

Ich habe eher den Eindruck, dass diese Ereignisse durch starke Winde hervorgerufen wurden“, so Kerkhof. Dass die jüngste Inselabspaltung auf den verstärkten Badebetrieb bei den schönen Temperaturen hervorgerufen sein könnte, kann er jedoch nicht ausschließen: „Es bleibt spekulativ, ob der Abbruch durch einen verstärkten Badebetrieb erfolgt ist.“

Muskelkraft ist gefragt

Was auch immer ursächlich war, Tatsache ist, dass der momentane Zustand so nicht haltbar ist. Wenn das Stück in den Ablauf des Weihers gerät und diesen verstopft, gibt es eine Überschwemmung.

Das will man in Neuenweg auf jeden Fall vermeiden. Das lose Stück muss also wieder zu seiner „Mutterinsel“ zurück. Aber das ist einfacher gesagt, als getan. Das abgebrochene Stück wiegt etwa eine Tonne, weiß Förster Joachim Trautwein, der mit der Rückführungsaktion beauftragt ist. Dieses Gewicht muss alleine mit Muskelkraft – entweder mit einem Ruderboot oder mit einer Seilwinde – bewegt werden. Danach soll das Stück mit Pflöcken und Hanfseilen an der Hauptinsel fixieren werden, bis es wieder zusammengewachsen ist.

Da es in den letzten Monaten zu wenig geregnet hat, ist der Wasserspiegel im Moment dafür zu niedrig. Das Inselstück hat noch Bodenkontakt und lässt sich nicht bewegen. Die Inselrettungsaktion wird also mindestens bis zur nächsten niederschlagsreichen Wetterperiode warten müssen. „Wir werden das aber auf jeden Fall noch dieses Jahr erledigen“, betont Joachim Trautwein.